Video- und Internetspiele verbieten, was für ein Unsinn

Ich finde die aktuelle Diskussion über Verbote von Video- und Internetspielen wirklich ausgesprochen kurzsichtig. An die Stelle von elterlicher Disziplin sollen Gesetze, Verbote etc. treten. Ich halte auch nicht besonders viel von sog. Ego-Shootern, allerdings direkt mit der großen Gieskanne über alle Video- und Internetspiele herzuziehen, halte ich für ausgesprochen kurzsichtig. Politiker und ähnliche Berufsgruppen die beispielsweise WOW (World od Warcraft) im gleichen Atemzug mit Counter Strike und anderen nennen, beweisen nur, dass sie auch auf diesem Gebiet, wie übrigens auch auf vielen anderen Gebieten, überhaupt keine Ahnung haben.

Ein Spiel bei dem es um Elfen, Zauberer, die Erfüllung von Quests, dem gemeinsamen Kampf mit anderen gegen das Böse geht in die Kategorie „Killerspiel“ zu stellen, führt nicht gerade dazu, dass sich Jugendliche mit dem Berufsbild des Politikers identifizieren können und wollen. Ist vielleicht auch gut so, dann können diese Jugendlichen wenigstens was richtiges werden und müssen sich nicht mit Korruption, Lobbyismus, sinnlosen politischen Debatten, kurzfristigen, effektheischenden Entscheidungen beschäftigen.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal mit diesen Spielen auseinanderzusetzen, bevor man gegenüber seinen Kindern Verbote auspricht. Ein bischen spielen hat mit Sicherheit noch keinem Erwachsenen geschadet. Dann weiss man wenigstens worüber man spricht. 

Allerdings bin ich auch ein Verfechter von dem Ansatz: Kinder sollen sich besser draußen beschäftigen und sich bewegen. Spiele am Bildschirm, wie mit allen Dingen im Leben, immer in Maßen. Gilt übrigens für Fernsehen, Süßigkeiten, Sport etc. gleicher Maßen. Ja auch Sport, auch hier gilt alles in Maßen. Ich habe einige in meiner Schulklasse erlebt, bei denen Sport im Vordergrund stand. Die stehen heute an der Kasse oder sind Chemiefachkraft. Na prima. Kling einfach ist auch so.

Dirk Stader

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