Steuersenkungen, so ein Quatsch

Die Steuersenkungspläne der Bundesregierung bzw. das Geschenk an den Koalitionspartner FDP ist so ziemlich das dämlichste was ich in der letzten Zeit in der Politik gesehen habe. Und das heißt schon was, es gab nämlich viele Themen, die hart auf dieses Prädikat hingearbeitet haben, von einzelnen Politikern, die diese Adjektiv anstelle von Doktortiteln meiner Meinung nach führen sollten, mal ganz abgesehen.

Wie kann jemand ohne Not und vor dem Hintergrund der desolaten Verschuldung (nur noch mal zur Weiderholung 27 Mrd. EUR Neuverschuldung) des Landes auch nur im Entferntesten auf eine solche Schnapsidee kommen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass die Mehrheit der Bevölkerung soetwas will. Ich denke es ist uns allen geholfen, wenn Deutschland sich weiter so stabil entwickelt und vor allem nachhaltig, finanziell stabil ist und bleibt.

Warum machen die Politiker nicht mal was vernünftiges, konsolidieren den Haushalt, bauen die Staatsquote ab, reformieren das Steuersystem (der alte Bierdeckelansatz“ gefällt mir immer noch am Besten), verkleinern den Bundestag auf 50 Politiker, fassen Städte und Gemeinden zusammen, legen Behörden zusammen, bauen Online-Präsenzen und –zugänge für den Bürger auf etc. Hier gibt es genug zu tun, vor allem innenpolitisch. Aber nein, da traut sich ja keiner ran, Feiglinge. Zuviel Angst vor Lobbyisten, obwohl Frau Merkel ja eigentlich gezeigt hat, dass selbst so brisante Themen wie der Atomausstieg (den ich persönlich übrigens richtig finde und ich denke es wird auch gelingen und wir werden 2020 ganz erstaunt sein, dass es geklappt hat) auch gegen mächtige Lobbygruppen durchgesetzt werden kann. Warum machen wir nicht weiter und bauen nach und nach alle Pfründe ab.

Aber nein, es sollen jetzt Steuersenkungen sein. Na Glückwunsch. Also ich weiß eins für mich ganz sicher, wenn dieses Thema ernsthaft umgesetzt wird, werde ich weder CDU noch FDP je wieder wählen. Ich wechsle dann zu den Grünen (na prima, hätte nie gedacht, dass es einmal so weit kommt) oder ich wähle die Piratenpartei, oder irgendwas in der Richtung. Steuersenkungen liebe Politiker sind Schwachsinn und ich denke die Mehrheit der Menschen hier in Deutschland sieht das ähnlich. Macht endlich Euren Job und macht ihn vor allem gut. Jeder von uns versucht im Job sein bestes zu geben, warum macht diese Berufsgruppe es nicht genauso. Und die wundern sich über Politikverdrossenheit; ist klar. Mich wundert hier gar nichts mehr.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

Bedingungsloses Grundeinkommen + neues Steuerkonzept

Eine, wie ich finde interessante Spielart, über die es sich lohnt nachzudenken, ist das gedankliche Konstrukt des bedingungslosen Grundeinkommens. Jeder bekommt ab seiner Geburt einen fixen Grundbetrag von 1.000 bis 1.500 EUR, gestaffelt nach Altersklassen. Für dieses Einkommen muss keine Gegenleistung erbracht werden, also wie bei HartzIV nur halt für jeden. Der Anspruch ist nicht vererb- und übertragbar.

Wem dieser Betrag nicht hoch genug ist, der geht arbeiten und verdient damit mehr als die Grundeinkommenbezieher. Der Anreiz besteht wie heute auch, mehr zu verdienen als der Bundesdurchschnitt.

Zusätzlich werden alle Steuern abgeschafft und in reine Verbrauchssteuern umgewandelt. D.h. alle Waren- und Dienstleistungsströme werden Verbrauchs- und Inanspruchnahme abhängig besteuert. Dabei gibt es modifizierte Steuersätze auf Basisgüter /-dienstleistungen und am anderen Ende der Skala auf Luxusgüter.

Z.B.

  • Brot 3% Steuer
  • Haarschneiden 5%
  • Miete bis 500 EUR 5%
  • Miete ab 2.500 EUR 25%
  • Kleinwagen bis 12.000 EUR 5%
  • Luxuswagen ab 100.000 EUR 50%
  • etc

Die genauen Steuerklassen muss man ebenso wie die Höhe des Grundeinkommens natürlich noch genau ausrechenen. Hierfür kann das aktuelle Steueraufkommen, die Steuerplanungen der Folgejahre sowie die jeweiligen Verbräuche herangezogen werden.

Damit wird zugleich auch die eherne Forderung erfüllt: Steuererklärungen auf einen Bierdeckel ausfüllen zu können. Besser noch, hier in dem Modell braucht man keine Steuererklärungen mehr. Schöner Nebeneffekt, man kann den Staatsapparat deutlich entschlacken und einer sinnvollen, endlich mal produktiven Verwendung zuführen.

Zusätzlich werden sämtliche Subventionen, Transferleistungen etc. eingestellt. Sind eh‘ sinnlose Maßnahmen, die alles nur verzerren.

Klingt einfach ist auch so. Meines Erachtens lohnt es sich auf jeden Fall, diesen Gedanken weiter zu spinnen, wie seht ihr das?

Hier der Beitrag des Vaters dieser Idee der ehemalige dm-Eigentümer, also ein Unternehmer und eben kein Politiker.

Werner_Einkommen_klein

http://www.luebbe.de/kunden/luebbe/vgl/www.nsf/htmls/Buchseite?Open&dc=2&ds2=Buecher-Einzeldokument&external=d!C1256E550034A541,i!B33D2EA29D4324C8C125742F0063E80B&cartid=8710-233034

Eine entsprechende Petition hierzu, gibt es auch schon.

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

Video- und Internetspiele verbieten, was für ein Unsinn

Ich finde die aktuelle Diskussion über Verbote von Video- und Internetspielen wirklich ausgesprochen kurzsichtig. An die Stelle von elterlicher Disziplin sollen Gesetze, Verbote etc. treten. Ich halte auch nicht besonders viel von sog. Ego-Shootern, allerdings direkt mit der großen Gieskanne über alle Video- und Internetspiele herzuziehen, halte ich für ausgesprochen kurzsichtig. Politiker und ähnliche Berufsgruppen die beispielsweise WOW (World od Warcraft) im gleichen Atemzug mit Counter Strike und anderen nennen, beweisen nur, dass sie auch auf diesem Gebiet, wie übrigens auch auf vielen anderen Gebieten, überhaupt keine Ahnung haben.

Ein Spiel bei dem es um Elfen, Zauberer, die Erfüllung von Quests, dem gemeinsamen Kampf mit anderen gegen das Böse geht in die Kategorie „Killerspiel“ zu stellen, führt nicht gerade dazu, dass sich Jugendliche mit dem Berufsbild des Politikers identifizieren können und wollen. Ist vielleicht auch gut so, dann können diese Jugendlichen wenigstens was richtiges werden und müssen sich nicht mit Korruption, Lobbyismus, sinnlosen politischen Debatten, kurzfristigen, effektheischenden Entscheidungen beschäftigen.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal mit diesen Spielen auseinanderzusetzen, bevor man gegenüber seinen Kindern Verbote auspricht. Ein bischen spielen hat mit Sicherheit noch keinem Erwachsenen geschadet. Dann weiss man wenigstens worüber man spricht. 

Allerdings bin ich auch ein Verfechter von dem Ansatz: Kinder sollen sich besser draußen beschäftigen und sich bewegen. Spiele am Bildschirm, wie mit allen Dingen im Leben, immer in Maßen. Gilt übrigens für Fernsehen, Süßigkeiten, Sport etc. gleicher Maßen. Ja auch Sport, auch hier gilt alles in Maßen. Ich habe einige in meiner Schulklasse erlebt, bei denen Sport im Vordergrund stand. Die stehen heute an der Kasse oder sind Chemiefachkraft. Na prima. Kling einfach ist auch so.

Dirk Stader