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Database Marketing – Diplomarbeit

1 September 2009

Zusammenfassung:

http://stader.de/2009/09/19/database-marketing-diplomarbeit/

Die heutigen nationalen und internationalen Markt- und Wettbewerbsbedingungen sind geprägt durch zunehmende Individualisierung und Differenzierung der Nachfrage. In fragmentierten Märkten kann die originäre Kundenorientierung des Marketing, die gezielte (Neu-)-Kundengewinnung und der Aufbau dauerhafter Geschäfts- bzw. Kundenbeziehungen mit traditionellen Mitteln nicht mehr gewährleistet werden. Neben Produktinnovationen können strategische Wettbewerbsvorteile durch Systeminnovationen geschaffen werden, um die nach K. Backhaus entscheidenden „komparativen Konkurrenzvorteile“ zu erreichen bzw. zu sichern.

Die elektronische Kundenkartei in Form einer Database erlaubt mit ihren vielseitigen personen- und verhaltensbezogenen Informationen die kundenindividuelle Ausrichtung des Marketing-Mix einer Unternehmung. Die Computerunterstützung als Kernelement des Database-Marketing erleichtert es, die zielbezogenen Kundenmerkmale effizient zu verknüpfen und damit relevante Zielgruppen durch individuelle Bewertungen zu identifizieren und zu selektieren. Durch die zusätzliche Erfassung von Erfolgen bzw. Mißerfolgen im Rahmen der sog. Reaktionsdaten entsteht ein unternehmensspezifischer Informations­pool, der im Zeitablauf zu einem zentralen strategischen Erfolgsfaktor avanciert.

Database-Marketing-Konzeptionen sind keine rein theoretischen Konstrukte, vielmehr ist Database-Marketing heute bereits fester Bestandteil des Marketing-Instrumentariums vieler Unternehmen:

-   Automobilunternehmen entwickeln sog. Kundenkontaktprogramme, um ihre Kunden über den Zeitraum bis hin zum Folgekauf zu betreuen, zu regelmäßigen Werkstattbesuchen anzuhalten und den Folgekauf letztlich vorzukonditionieren.

-   Verlage akquirieren Abonnenten durch Direkt-Response-Marketing und sind im Rahmen ihrer Abonnentenbetreuung bestrebt, langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Nebenher nutzen sie ihre Database, um ihren Abonnenten lukrative Produktangebote zu unterbreiten.

-   Reiseveranstalter und Reisebüros zielen darauf ab, eine Kontaktbrücke zu ihren Kunden aufzubauen, wodurch sog. Kontaktlücken (d.h. der Zeitraum zwischen den einzelnen Reisen) überbrückt werden sollen.

-   Fluggesellschaften betreuen ihre „Vielflieger“ auf der Grundlage einer Database durch regelmäßige Kontaktierungen mittels Informationsprogrammen, Prospekten, Kundenzeitschriften bis hin zu kleinen Präsenten. Insbesondere durch die Vergabe von Kundenkarten sollen Konkurrenzaktivitäten kompensiert bzw. abgeschirmt werden.

-   Banken offerieren ihren Kunden gezielt Kredit- und Sparangebote sowie Wertpapieranlagen.

-   Kaufhäuser steigen in das Versandgeschäft ein und vergeben Kreditkarten. Mit der so erkannten Kreditwürdigkeit wollen sie besonders gute Kunden an sich binden (Kundenbindungsprogramme).

-   EDV-Hersteller konzentrieren ihren Außendienst auf Großkunden (Key Accounts). Kleinkunden werden mit Hilfe von Responsemechanismen (Microsoft-Card bzw. -Club) vorselektiert und erst bei signalisiertem Produktinteresse persönlich aufgesucht bzw. kontaktiert.

-   Selbst Hersteller von Convenience-Artikeln (Kaffee, Zigaretten, Windeln usw.) investieren stark, um ihre Kunden namentlich kennenzulernen und durch einen besonderen Service an sich zu binden (z.B. Camel-Club).

Diese Beispiele zeigen, daß Database-Marketing schon heute einen hohen Stellenwert in der unternehmerischen Praxis besitzt. Im Rahmen eines Ausblicks oder einer Perspektive können folgende Thesen als Diskussionsgrundlage herangezogen werden:

-   Der Stellenwert des Database-Marketing wird in Zukunft deutlich ansteigen – i.d.R. zu Lasten anderer Methoden.

-   Da Kaufentscheider dazu neigen, Lieferanten zu bevorzugen, die eine optimale Betreuungsleistung erbringen, wird die Betreuungsqualität zukünftig einen wichtigen Wettbewerbsfaktor darstellen.

-   Kommunikationsmethoden auf Basis einer Database werden in den verschiedenen Branchen noch beachtlich weiter entwickelt werden.

-   Die Technologien des Database-Marketing werden sich schrittweise verbessern, wodurch die jeweilige Wirkung immer effizienter wird.

-   Die Zahl und die Qualifikation der externen Dienstleister, die für Database-Marketing zur Verfügung stehen, wird weiter steigen (z.B. Ogilvy & Mather Dataconsult G.m.b.H., München)

-   Es können sich neue Berufsbilder aus dem Database-Marketing entwickeln: z.B. Datenanalytiker /-in, Zielgruppenmanager /-in oder Datenverarbeitungsspezialist /-in in Marketingfragen usw.

-   Die Wirkung der datenbankgesteuerten Marketingmaßnahmen könnte in Zukunft allerdings schnell rückläufig werden, da schon heute viele Entscheider aller Branchen sehr viel häufiger und regelmäßiger von ihren Lieferanten kontaktiert werden; insbesondere durch Post, Telefon und Fax. Dies wird zwangsläufig eine gewissen Abnutzung und Überfrachtung mit sich bringen und auch die Akzeptanz der Marketingmaßnahmen reduzieren. Wie sich dies auswirken wird, ob es ggf. auch zu Ablehnungserscheinungen (Reaktanzwirkungen) kommen wird und welche Konsequenzen dies haben wird, läßt sich heute noch nicht abschätzen.

Mit der unverändert zunehmenden „Informatisierung“ wird auch der Stellenwert des Database-Marketing steigen. Die konzeptionelle und technologische Beherrschung von datenbankgestützten Interaktionsformen wird sowohl im Investitions- als auch im Konsumgüterbereich einen wesentlichen Beitrag für zukünftige Markterfolge leisten.

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Zach, C.: Datenbanken öffnen weltweiten Markt für Informationen.

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Zehnder, C. A., [1987]

Zehnder, C. A.,: Informationssysteme und Datenbanken. 4. Auflage, Stuttgart [Teubner], 1987.

 

Zentes, J. [1984]

Zentes, J.: Marketing. In: Baetge, J. (Hrsg.): Vahlens Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, Band 1, 1984, S. 299-366.

 

 

Mehr dazu hier: http://stader.de/2009/09/19/database-marketing-diplomarbeit/

 

Dirk Stader

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Moral und Ethik im Geschäftsleben – Fortsetzung

18 August 2009

Es ist wirklich erstaunlich, im Privatleben versuchen viele Menschen Moral und Ethik als wesentliche Grundzüge menschlichen Zusammenlebens auch zu leben.  Sie versuchen ein ethisch und moralisch einwandfreies Verhältnis zu ihren Freunden, ihrem Partner oder ihrer Familie aufzubauen. Diese Mechanismen scheinen allerdings im Geschäftsleben vollkommen ignoriert zu werden bzw. einfach nicht zur Anwendung zu kommen. Hier scheinen Betrug, Selbstoptimierung, finanzieller Eigennutz vorzuherrschen. Moral und Ethik sind hier maximal noch eine gekünzelte Sichtweise denn ein universeller Wert. Der moralische, ethische und sittliche Verfall ist eher Normalität denn Ausnahme.

Mein Plädoyer ist relativ einfach: die Mechanismen die viele im Privatleben automatisch anwenden und anscheinend auch verinnerlicht haben, müssen im Geschäftsleben zur Anwendung kommen. Damit würde man richtiger Weise Kollegen, Vorgesetzte, Gesellschafter und Geschäftspartner genauso behandeln wie Freunde und Familie.

Dem Streben nach immer größerem Wachstum*, der kontinuierlichen Steigerung des finanziellen Erfolges, würde das Postulat eines gemeinsamen Erfolges einer sog. “win-win”-Situation weichen. Eben nicht mehr die einseitige Optimierung zu Lasten eines anderen, sondern die bewusste Inkaufnahme der eigenen Grenzen, da hier die Freiheitsgrade eines Dritten beeinträchtigt und eingeschränkt werden.

Ist dies eine Utopie, oder kann das allgemeine Wertegerüst eines Managers, Unternehmensführers, einer Führungsperson im Rahmen einer generellen Gerechtigkeit nachhaltig verändert werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies möglich ist.

Meines Erachtens geht es um Vorbilder, Leute mit dem Anspruch die Welt zu verbessern: Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Angemessenheit, Loyalität und von mir aus auch graduelle Demut sind sicherlich nicht die schlechtesten Ratgeber auf dem Weg zu einem moralischen, ethischen Miteinander auch in der Geschäftswelt.

Dies ist die Suche nach dem guten Kern, den wahrscheinlich jeder bei seiner Geburt mitbekommen hat und viele, vor allem solche, die es auf der vermeintlich höheren Evolutionsstufe eines “Managers” zu etwas gebracht haben, verloren haben.

Jeder sollte für sich und im kleinen anfangen, moralisch, ethische Grundzüge in seinem Arbeitsalltag zu integrieren und damit eine Vorbildfunktion für seine Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner zu übernehmen. Dies ist meines Erachtens der Beginn eines verhaltensinduzierten Assimilationsprozesses, an dessen Ende eine moralische und ethisch vertretbare Geschäftspolitik steht, die eben nicht nur eine gekünzelte Sichtweise ist.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

* Übrigens einer meiner Lieblingssprüche lautet: “Die Bäume haben eher als wir Menschen begriffen, dass man in einem begrenztem System nicht unbegrenzt wachsen kann.”

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Macht und Management

15 August 2009

Macht eignet sich vorzüglich

den Menschen das Klavierspielen zu verbieten,

es ist jedoch ein völlig untaugliches Mittel

um es ihnen beizubringen

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Shareholder Value Ansatz / Economic Value Added

15 August 2009

Shareholder Value Ansatz / Economic Value Added

 

Leistungsbeurteilung mit Hilfe des „economic value added““ (EVA)

1.         Motivation

Der Share-Holder-Value- oder Wertsteigerungsansatz ist zur Zeit in aller Munde, da immer mehr Unternehmen den überlegenen Steuerungsansatz im Rahmen des strategischen Focus erkennen. Einige gehen sogar soweit, von einem Paradigmawechsel hin zur wertorientierten Unternehmensführung zu sprechen, der letzlich eine Übrlebensstrategie im globalen Wettbewerb darstellt.

Um ein erstes Gefühl für diesen neuen betriebswirtschaftlichen Ansatz zu entwickeln, wird nachfolgend kurz und übersichtlich der Share-Holder Value Ansatz im allgemeinen skizziert. 

2.         Share-Holder-Value-Ansatz

Auf Basis der Allokationstheorie und dem damit einhergehenden Grundsatz der optimalen Allokation in Verbindung mit der Theorie von der Maximierung des Marktwertes des Eigenkapitals sucht die Share-Holder-Value-Analyse nach denjenigen Prozessen im Unternehmen, die Wert schaffen oder vernichten. Damit rückt die wertorientierte Protfoliogestaltung und Ressourcenzuteilung in das Zentrum strategischer Überlegungen. Der Grundgedanke einer „wertorientierten Unternehmensführung“ ist denkbar einfach: Alle Anstrengungen im Unternehmen müssen sich danach ausrichten, den Wert des Unternehmens für ihre Eigentümer zu steigern. Nach diesem Prinzip steuert bspw. Bayer die Geschäfte seiner ca. 400 Gesellschaften. Meßlatte für jeden Bereichsleiter sind dabei die Kapitalkosten des jeweiligen Marktsegmentes. In diesem Zusammenhang werden Untergrenzen formuliert, die in jedem einzelnen Segment verdient werden müssen. Lt. R.J. Köhler, Vorstand SGL Carbon, verhalf ein weitreichendes Share-Holder-Value-Programm zum Turnaround im Kerngeschäft „Graphitelektroden“.

Value Based Management verändert dabei die Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens und sichert den strategischen Erfolg.

Die Liste der Unternehmen, die mit dem Share-Holder-Value-Ansatz bereits Erfolge erzielen ist eindrucksvoll: 

            – Jungheinrich AG

            – Henkel KGaA

            – SGL Carbon AG

            – Gehe AG

            – Veba AG

            – BASF AG

            – Siemens AG

            – VW AG

            – u.v.m 

2.1       Einsatzmöglichkeiten des Share-Holder-Value-Konzeptes [1]

-    in der Zielfindung, Zielvereinbarung kann der Ergebnisspielraum von Geschäftsbereichen, weil realistischer einschätzbar, in angemessene Ziele umgesetz und damit besser ausgeschöpft werden.

-    Steuerung des internen Wettbewerbs um Ressourcen

-    laufende jährliche Kontrolle mittels Rendite-Kapitalkosten-Vergleich

-    die Aussagefähigkeit der Managementinformationssysteme wird durch wertorientierte Größen erheblich verbessert

-    Leistungsbeurteilung von Führungskräften mittels gerechtere Maßstäbe, die sich am Beitrag zum Unternehmenswert orientieren

-    Beurteilung von Anlagestrategiealternativen aus Anteilseignersicht

-    Basis für Budgetverteilung

-    dient der Beurteilung alternativer Strategien, für Investitionsvorhaben

-    Entscheidungshilfe bei Restrukturierungen 

2.2       Ergebnisse von Share-Holder Value-Analysen

Nach der Value Added Methode hat Bain&Company die 470 größten deutschen Unternehmen aus Industrie, Handel und Verkehr im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre analysiert. Das Ergebnis ist deprimierend, die Performance der deutschen Unternehmen ist schwach. Von den rd. 470 Unternehmen liegen im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre 314 im negativen Bereich (67%). Wie groß in einigen Konzernen die Performancelücke tatsächlich ist zeigt das Beispiel VW. Bereits 1990, als die Welt das Automobilbauers noch in Ordnung war, fehlten VW im operativen Geschäft 1,4 Mrd. DM. Das hierfür eingesetzte Kapital betrug 26 Mrd.DM, die Capital Charge 10% 2,6 Mrd. DM, die – vom operativen Ergebnis abgezogen – zu einem Value Added von minus 1,4 Mrd. DM führt. 

3.         Economic Value Added (EVA)

Abgeleitet aus dem Share-Holder Value Ansatz wurde das EVA-Model als Leistungsbeurteilungsmaßstab entwickelt. Der EVA ist der einzige Wertansatz, der vorwärtsgerichtete Bewertungen (im Sinne von Kapitalwertkalkülen), Entscheidungen und Budgetierungen mit rückwärtsgerichteten Berurteilungen verbindet.[2] Der EVA ist dementsprechend geeignet, die Entwicklung eines Wertbeitrages in der Vergangenheit abzubilden. Er gewährleistet eine Ex-post-Betrachtung, die darstellt, in wieweit es dem Unternehmen in der Vergangenheit gelungen ist, den Wert des Unternehmens zu steigern. Durch die explizite Berücksichtigung des Kapitaleinsatzes wird ein Vergleich zwischen kapital- und arbeits-/material-intensiven Unternehmen ermöglicht.

 Nur eine Rentabilität oberhalb der Kapitalkosten schafft Wert, andernfalls wird aus Sicht des Kapitalgebers Wert vernichtet.

Der EVA ist eine jährliche Erfolgsgröße, die ausgehend vom operativen Ergebnis eines Unternehmens ermittelt wird. Dieses Ergebnis wird um die Nutzungskosten für das eingesetzte Kapital, die Kapitalkosten (Capital Charge), bereinigt. Die Kapitalkosten hängen von der Höhe des investierten Kapitals (Capital Empoyed) und von einem Kapitalkostensatz ab. Der Economic Value Aded wird durch Subtraktion der Kapitalkosten vom operativen Ergebnis bestimmt. 

Nach dem EVA-Konzept sind Unternehmen erst dann erfolgreich, wenn Sie aus ihrer Geschäftstätigkeit eine über der Mindestverzinsung des gebundenen Vermögens liegende Rendite erwirtschaften.

Die errechneten EVA-Werte sind mit der Gewerbeertragssteuer als Unternehmens- bzw. Kostensteuer belastet. Der EVA ist somit eine dem Kapitalgebern zur Verfügung stehede Größe vor Steuern (Bruttogröße), vergleichbar einer Anlage in festverzinslichen Wertpapieren, deren Rendite ebenfalls eine Bruttorendite vor Steuern ist.[3] 

4.         Vorgehensweise 

            I.         Ermittlung des Gesamtinformationsbeadrfs

            II.        Datenmaterial aufbereiten (speziell Bilanz- und GuV-Daten und Mittelfristplanung)

            III:      Bestimmung des EVA und Darstellung der Wertentwicklung im Zeitablauf

            IV.       Auswahl von Benchmarks und Vergleich der Ergebnisse

            V.        Präsentation

Dirk Stader


 

[1] Vgl. Copeland, Tom/ Koller, Tim/ Murrin, Jack, Unternehmenswert (McKinsey)

[2] Vgl. Steward

[3] Diese Betrachtung entspricht dem Vorgehen bei der in Deutschland vorherrschenden transaktionsorientierten Bewertung, bei der in der Regel von einer Vollausschüttungshypothese ausgegeangen wird.

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(Basis) Tugenden des modernen Managements

25 Juli 2009

Irgendwie ist Management kein Hexenerk. Ich glaube Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Nachhaltigkeit sind ein paar wesentliche Grundvoraussetzungen. Zudem kann es m.E. nicht schaden wenn die historisch zum Teil belasteten Tugenden wie Leitkultur bzw. Vorbildfunktion ihre Renaissance erleben. Lebe den Mitarbeitern, Teammitgliedern im positiven Sinne vor, wie sie sich verhalten sollen, dann assimilieren Sie sich automatisch. Dies ist ein Grundstein für eine positive, hommogene, faire und gerechte Unternehmenskultur. Ich habe viele Organisationen und Unternehmenskulturen gesehen, die deshalb krank waren, weil Vorstände, Eigner und Führungskräfte nur sich selbst optmiert haben und dementsprechend die Organisation die Führungsmannschaft lediglich aufgrund der vorhandenen Hierarchie akzeptiert hatte, sich aber eine organische positive Unternehmenskultur niemals entwickeln konnte. In dem Augenblick, in dem Mitarbeiter nicht respektvoll über die Führungsorgansisation denken, kann sich keine positive Unternehmenskultur entwickeln. Deshalb das Motto “Lebe als Vorbild”.

Darüber hinaus gilt es als Management einen verbindlichen, allgemein gültigen Handlungsrahmen zu schaffen, wobei darauf zu achten ist, dass persönliche Freiräume dort limitiert sind bzw. aufhören, wo die Freiräume eines Dritten eingeschränkt werden. Freiheiten und Freiheitsgrade müssen ausgewogen und für jeden gleichermaßen frei und limitiert sein.

Management ist dabei ebenso wie eine demokratische Regierung verantwortlich für den Aufbau des generellen Handlkungsrahmens, der Definition der organisationalen Regeln, der Kontrolle derselben und der permanenten Adjustierung von Organisation und Prozessen.

Einen nicht zu unterschätzenden Aufgabenbereich des Managements besteht in der permanenten Kontrolle; ich stelle die persönliche These auf, dass Kontrolle ca. 75% des Gesamtaufgabenbereichs eines erfolgreichen Managements ausmacht, lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Mein Petitium ist: Übst Du keine Kontrolle aus, ufern viele Dinge aus. Es ist wie bei Kindern: ohne Grenzen keine positive Entwicklung. Hierbei eine Entschuldigung an alle glücklosen 68er; hat nicht funktioniert oder? Aber tolle Idee; Ironie!!

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

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Apropos “Nieten in Nadelstreifen”

24 Juli 2009

Irgendwie ist an dem Vorwurf von den “Nieten in Nadelstreifen” was dran. Was man in Konzernen so alles erlebt, ist schon mehr als interessant. Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung: Da ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende, der der Lufthansa vorschreibt, in welcher Art und Weise die Früchte geschnitten und auf dem Teller angeordnet werden sollen, damit auf dem Flug auch alles so ist, wie er es mag. Gleicher Vorstand liess den Sitz seines Fahrers solange abtragen, bis er über ihn hinweg nach vorne sehen kann. Besagter Vorstand sitzt natürlich immer hinten.

Einer seiner Kollegen läßt aus einer 500 S-Klasse von Mercedes die serienmäßige Lederausstattung wieder entfernen, wegen einer “angeblichen” Lederallergie. Das nunmehr keine Leasinggesellschaft dieses Fahrzeug mehr finanzieren will, störte nicht weiter, dann wird es halt einfach gekauft. Der Restwert des Wagens war unmittelbar nach der Zulassung um 75% gefallen.

Besagter Vorstand im Originalzitat zu mir bei einer Präsentation, bei der der Gesamtvorstand anwesend war: “Herr XY sprechen Sie nur zu mir hier drüben sitzt sowieso keine Kompetenz.” Auch wenn er wahrscheinlich Recht hatte, war es umso erstaunlicher, dass keiner der besagten Vorstandsmitglieder den Mumm hatte einfach aufzustehen und dem Vorsitzenden wissen zu lassen, dass er ihn in seinem Büro bei der Arbeit findet. Das wäre die einzig richtige Antwort auf so einen Unsinn gewesen.

Konzernentscheidungen wurden getroffen, weil Berater wie Roland Berger, McKinsey etc. meinten mehr Ahnung von  der Strategie eines Großkonzerns zu haben, als die unternehmenseigenen Führungskräfte. Ich habe selten soviel Unsinn gesehen. Was sind übrigens die beiden typischen Handlungen eines Beraters: wie schüttel ich mir was aus dem Arm und wie sauge ich mir etwas aus den Fingern. Es gibt böse Zungen die behaupten, dass Berater die moderne Form einere Hure sind: sie erbringen eine Dienstleistung für viel Geld, die man selbst bessser, schneller und billiger hätte erbringen können. Aber das nur nebenbei.

Aber zurück zu den Konzernbossen: ich glaube der moralische und ethische Verfall der Führungsriegen, hat seine Ursache in der mangelhaften Ausbildung. Es fehlen moralisch, ethische Grundausbildungen. Wirklich schade, viele dieser Personen hätten wirklich erfolgreich sein können.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

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Moral und Ethik des Geschäftslebens

23 Juli 2009

Es ist immer wieder unglaublich wie wenig Moral und Ethik im Geschäftsleben aktiv gelebt werden und wie wenig Unrechtsbewusstsein viele “Manager” besitzen. Die ganze Welt echauffiert sich über die vermeintlichen “Nieten in Nadelstreifen” bei den Groß-Konzernen, allerdings zeigen sich die Grundtendenzen des moralischen und ethischen Verfalls auch bei mittelständisch geprägten Unternehmen.

Mir drängen sich hierbei immer wieder Fragen auf, warum vielen nicht klar ist….

 

  • … dass man fremdes Geld nicht wie sein eigenes behandelt
  • … dass man unternehmerische Kontrolle ausüben muss und dass Kontrolle mindestens 75% des Alltages einer Führungskraft ausmacht
  • … dass man mit fremden Geld vertrauensvoll und sorgsam umgeht
  • … dass man als Führungskraft Vorbildfunktion hat
  • … dass man Privatleben und Arbeitswelt strikt von einander trennen muss
  • … dass eine Vorteilsnahme zum Nachteil eines Dritten unrecht ist
  • … dass man private Freundschaften im Arbeitsleben nicht überstrapazieren sollte
  • … dass es Unrecht ist von einem Lieferanten privat Geld zu nehmen
  • … dass Vorteile, die man im Unternehmen geniesst, wie Firmenwagen, Mobilfunkgeräte, Spesenausgaben im angemessenen Verhältnis zum unternehmerischen Erfolg bzw. Reifegrad eines Unternehmens stehen sollten
  • … dass es kein Erfolg ist jemanden zu kennen oder jemandes Freund zu sein, sondern dass es auf die eigene Leistung ankommt
  • … dass Gradlinigkeit keine Schwäche sondern eine Tugend ist
  • … dass man sich Vertrauen verdienen muss und das man es eben nicht einfordern kann
  • … dass der Betrug an anderen Menschen kein unternehmerischer Erfolg ist
  • … dass man Geld, das man sich geliehen hat, auch zurückbezahlen muss und zwar unaufgefordert

Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten und vielen doch so fern. Management 0,8,15 halt. Klingt einfach ist auch so.

 

Dirk Stader

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Planung

23 Juli 2009

Was die meisten Menschen nur schwerlich beherrschen ist eigentlich ein ganz einfaches Prinzip.

Planung ist die geistige Vorwegnahme zukünftigen Handelns.

Klingt einfach ist auch so.

Dirk Stader

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