Beiträge getagged ‘Gedichte’

Von Bäumen und Menschen – Invictus

7 Dezember 2009

Was haben die Bäume

den Menschen voraus?

 

Sie wachsen zum Himmel

und nicht in den Himmel.

 

Sie hören vorher auf,

weil sie begriffen haben,

daß man in einem begrenzten System

zwar wachsen kann,

aber nicht unbegrenzt

Einsam im Nebel – Invictus

7 Dezember 2009

Allein im Nebel zu wandern,

zu seh’n ist weder Start noch Ziel

Keiner kennt den andern,

das Leben ist mehr als ein Spiel

 

Wege suchen und finden,

mehr kann es eigentlich nicht sein.

Chancen mit Risiken verbinden

Kurz über lang ist jeder allein.

Ich bin ein Stern – Hermann Hesse

7 Dezember 2009

 Ich bin ein Stern

 

Ich bin ein Stern am Firmament,

Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,

Und in der eignen Glut verbrennt.

 

Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,

Das klagende Meer, das opferschwer

Zu alten Sünden neu türmt.

 

Ich bin von Eurer Welt verbannt

Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,

Ich bin der König ohne Land.

 

Ich bin die stumme Leidenschaft,

Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,

Und krank an meiner eignen Kraft.

Xenophanes

7 Dezember 2009

Nicht von Beginn an enthüllten die Götter

den Sterblichen alles;

Aber im Laufe der Zeit

finden sie suchend das Bess’re.

 

Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch

und wird keiner erkennen

Über die Götter und alle die Dinge

von denen ich spreche.

Sollte einer auch einst

die vollkommenste Wahrheit verkünden,

Wissen könnt’ er das nicht:

Es ist alles durchwebt von Vermutung.

Gründlichkeit – Erich Fried

4 November 2009

Gründlichkeit

Ein genaues

Verzeichnis anlegen

was alles

zu tun ist

und es sorgfältig prüfen,

so daß keine Zeit mehr bleibt

es zu tun.

Erich Fried

Mutlos – ein Gedicht oder eine Lebensweisheit, wie man es nimmt

4 November 2009

Mutlos

Du kommst

nirgendwo an,

wenn Du nicht los gehst

 

Dir öffnet sich keine Tür,

wenn Du nicht anklopfst,

- auch wenn Du tausendmal davon sprichst.

Invictus

Ich bin ein Stern – von Hermann Hesse

15 August 2009

Ich bin ein Stern

Hesse, Hermann

  

Ich bin ein Stern 

Ich bin ein Stern am Firmament,

Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,

Und in der eignen Glut verbrennt.

 

Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,

Das klagende Meer, das opferschwer

Zu alten Sünden neu türmt.

 

Ich bin von Eurer Welt verbannt

Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,

Ich bin der König ohne Land.

 

Ich bin die stumme Leidenschaft,

Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,

Und krank an meiner eignen Kraft.