Was haben die Bäume
den Menschen voraus?
Sie wachsen zum Himmel
und nicht in den Himmel.
Sie hören vorher auf,
weil sie begriffen haben,
daß man in einem begrenzten System
zwar wachsen kann,
aber nicht unbegrenzt
Was haben die Bäume
den Menschen voraus?
Sie wachsen zum Himmel
und nicht in den Himmel.
Sie hören vorher auf,
weil sie begriffen haben,
daß man in einem begrenzten System
zwar wachsen kann,
aber nicht unbegrenzt
Allein im Nebel zu wandern,
zu seh’n ist weder Start noch Ziel
Keiner kennt den andern,
das Leben ist mehr als ein Spiel
Wege suchen und finden,
mehr kann es eigentlich nicht sein.
Chancen mit Risiken verbinden
Kurz über lang ist jeder allein.
Ich bin ein Stern
Ich bin ein Stern am Firmament,
Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,
Und in der eignen Glut verbrennt.
Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,
Das klagende Meer, das opferschwer
Zu alten Sünden neu türmt.
Ich bin von Eurer Welt verbannt
Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,
Ich bin der König ohne Land.
Ich bin die stumme Leidenschaft,
Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
Und krank an meiner eignen Kraft.
Nicht von Beginn an enthüllten die Götter
den Sterblichen alles;
Aber im Laufe der Zeit
finden sie suchend das Bess’re.
Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch
und wird keiner erkennen
Über die Götter und alle die Dinge
von denen ich spreche.
Sollte einer auch einst
die vollkommenste Wahrheit verkünden,
Wissen könnt’ er das nicht:
Es ist alles durchwebt von Vermutung.
Gründlichkeit
Ein genaues
Verzeichnis anlegen
was alles
zu tun ist
und es sorgfältig prüfen,
so daß keine Zeit mehr bleibt
es zu tun.
Erich Fried
Mutlos
Du kommst
nirgendwo an,
wenn Du nicht los gehst
Dir öffnet sich keine Tür,
wenn Du nicht anklopfst,
- auch wenn Du tausendmal davon sprichst.
Invictus
Ich bin ein Stern
Hesse, Hermann
Ich bin ein Stern
Ich bin ein Stern am Firmament,
Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,
Und in der eignen Glut verbrennt.
Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,
Das klagende Meer, das opferschwer
Zu alten Sünden neu türmt.
Ich bin von Eurer Welt verbannt
Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,
Ich bin der König ohne Land.
Ich bin die stumme Leidenschaft,
Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
Und krank an meiner eignen Kraft.