Führt Strafverfolgung zu mehr Gerechtigkeit

Hhmm, was sind die Grundprinzipien einer Strafe bzw. was ist das Ziel einer Strafverfolgung bei einem Verbrechen das bereits 50 Jahre her ist und einer Menge Menschen das Leben gekostet hat nach westlichem, demokratischem Standard. Soweit ich mich erinnern kann, basiert unser System der Strafverfolgung auf drei Eckpfeilern:

  1. Re-Sozialisierung
  2. Abschreckung
  3. Vergeltung

Bei 1. Stellt sich die Frage, ob ein Täter, der sich bereits mehrere Jahre nach seiner Straftat als „guter“ Bürger etabliert hat, in dem er sich im Rahmen seines sozialen Gefüges engagiert hat, sich um seine Mitmenschen gekümmert hat, sich integriert und als Mitgliegd einer sozialen Gemeinschaft bewährt hat, überhaupt noch re-sozialisiert werden muss. Möglicher Weise hat der Aspekt der Re-Sozialisierung bereits stattgefunden bzw. ist bereits abgeschlossen, hmm?!

Bei 2. Die Strafe soll also so hoch sein, dass jemand abgeschreckt wird, ein weiteres Verbrechen zu begehen, dass tausenden von Menschen das Leben vor mehr als 50 Jahren gekostet hat. Hmm, das wird nicht einfach.

Bei 3. Welches Strafmaß ist überhaupt geeignet das Leben von tausenden von Menschen im Rahmend er Strafverfolgung zu vergelten, mehrfach lebenslänglich, bei jemandem, der fast 90 Jahre alt ist, hmm?! Und ist eigentlich nicht jedes Strafmaß in irgendeiner Form ungeeignet, um Vergeltung zu üben. Noch weiter, ist nicht jedes Strafmaß am Ende doch nur ein Hohn im Vergleich zur unmenschlichen Tat, z.B. pro Leben ein halbes Jahr Strafe?!

Ich glaube, das wird extrem schwierig und unser Rechtssystem ist für die Herstellung von Gerechtigkeit, bei einer solchen ungeheurlichen Tat, nur schwerlich geeignet, um hier in geeigneter Weise jetzt noch eine Antwort zu finden.

hmm?!

Dirk Stader

PS. Gibt es eigentlich einen universellen Wert bei dem Thema Gerechtigkeit?

Spiel oder Leben [Invictus]

Was wie ein Spiel begann,

unmöglich schien und

aussichtslos von Anfang an

ist ernst geworden,

durchführbar und

wünschenswert, trotz aller Sorgen.

Der Weg ist da,

steinig, steil und

glatt, doch das Ziel ist klar.

Kaum ein Preis scheint

hier zu hoch und

zu gewagt, denn es ist Liebe die uns eint.

Was die Zukunft bringt

ist ungewiß und

fern,nur eins ist sicher, unsere Zeit verrinnt.
(Invictus)

So nah [Invictus]

Dein Geist kam heimlich, still und leise

an mich heran,

und das auf eine Weise,

die mir den Atem nahm.

Kaum konnt’ ich es begreifen, noch versteh’n

da warst du mir ganz nah.

Das sich seither meine Gedanken um dich dreh’n,

ist mehr als wunderbar.

Du füllst die Lücke, die lange offen stand

und bisher nicht zu schliessen war.

Ein Glücksgefühl, das ich schon lange nicht empfand,

das zeigt wie einsam ich doch war.

[Invictus]

Die Suche [Invictus]

Die Lebensjahre, die uns trennen,

sind auf die Ewigkeit gesehen

nicht mal Sekunden, die verrennen.

Werte, Ansichten und Leben

im Ansatz gleich und doch verschieden

was uns verbindet ist ein Streben

nach höchstem Sinn,

dem eigentlichen Weg, der Bedeutung nah‘

und tief in uns drin.

Erkenntnis finden, deutlich, klar, und ohne Kompromiß

frei von Zweifeln, nicht bloß Ziele,

über die man den Rest der Welt vergißt.

Den Mittelpunkt und Ursprung finden,

als Basis für die Frage nach dem Sinn

Nützliches und Angenehmes direkt verbinden

ohne Sicht, ohne Ziel

doch dafür mitten drin.

[Invictus]

Bäume und Menschen [Invictus]

Bäume und Menschen

Was haben die Bäume

den Menschen voraus?

Sie wachsen zum Himmel

und nicht in den Himmel.

Sie hören vorher auf,

weil sie begriffen haben,

daß man in einem begrenzten System

zwar wachsen kann,

aber nicht unbegrenzt

Die grosse Kunst

Wir leben sicherlich mit Höhen und Tiefen, manchmal sieht es so aus als würde es nicht klappen, dennoch wo ein Wille ist , ist auch ein Weg. Alte Worte, dennoch viel Wahrheit darin. Ich denke schon, dass es immer einen Weg, eine Lösung gibt. Ich verstehe auch, dass es manchmal leichter wäre aufzugeben und zu sagen: …es war nicht zu schaffen, oder ich habe es nicht geschaft und gut ist“. Allerdings in meinem tiefen Inneren, bin ich der Meinung; die große Kunst besteht darin immer wieder aufzustehen, hin zu laufen und es zu versuchen. Aufgeben ist einfach, hinlaufen und sich eine blutige Nase holen, ist viel schwieriger und möglicher Weise auch schmerzhafter. Wie ging noch mal der sinnlose Spruch: „schön, stark und mutig“ schön: hingelaufen, stark: abgeprallt und mutig: wieder hingelaufen.

Nur der, der ewig streitbar ist, der mühsam aufsteht und es versucht, muss sich am Ende nicht dem Vorwurf stellen, eben nicht alles getan zu haben, um Erfolg zu haben. Mit dieser kognitiven Dissonanz, es immer wieder versucht zu haben, alles gegeben zu haben, lässt es sich meines Erachtens besser untergehen, als mit dem sicheren Gefühl, dass es nicht geht, weil es eben nicht geht.

Das Gedicht eines für die Öffentlichkeit unbekannten Dichters trifft es sehr gut:

Ausweglos

Wenn Du sagst, es gibt
keinen Weg mehr für Dich,
so irrst Du Dich.

Es mag sein,
daß da kein Weg zu sehen ist,
aber Du kannst Dir immer noch einen bahnen.

Invictus

Moral und Ethik im Geschäftsleben – Fortsetzung

Es ist wirklich erstaunlich, im Privatleben versuchen viele Menschen Moral und Ethik als wesentliche Grundzüge menschlichen Zusammenlebens auch zu leben.  Sie versuchen ein ethisch und moralisch einwandfreies Verhältnis zu ihren Freunden, ihrem Partner oder ihrer Familie aufzubauen. Diese Mechanismen scheinen allerdings im Geschäftsleben vollkommen ignoriert zu werden bzw. einfach nicht zur Anwendung zu kommen. Hier scheinen Betrug, Selbstoptimierung, finanzieller Eigennutz vorzuherrschen. Moral und Ethik sind hier maximal noch eine gekünzelte Sichtweise denn ein universeller Wert. Der moralische, ethische und sittliche Verfall ist eher Normalität denn Ausnahme.

Mein Plädoyer ist relativ einfach: die Mechanismen die viele im Privatleben automatisch anwenden und anscheinend auch verinnerlicht haben, müssen im Geschäftsleben zur Anwendung kommen. Damit würde man richtiger Weise Kollegen, Vorgesetzte, Gesellschafter und Geschäftspartner genauso behandeln wie Freunde und Familie.

Dem Streben nach immer größerem Wachstum*, der kontinuierlichen Steigerung des finanziellen Erfolges, würde das Postulat eines gemeinsamen Erfolges einer sog. „win-win“-Situation weichen. Eben nicht mehr die einseitige Optimierung zu Lasten eines anderen, sondern die bewusste Inkaufnahme der eigenen Grenzen, da hier die Freiheitsgrade eines Dritten beeinträchtigt und eingeschränkt werden.

Ist dies eine Utopie, oder kann das allgemeine Wertegerüst eines Managers, Unternehmensführers, einer Führungsperson im Rahmen einer generellen Gerechtigkeit nachhaltig verändert werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies möglich ist.

Meines Erachtens geht es um Vorbilder, Leute mit dem Anspruch die Welt zu verbessern: Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Angemessenheit, Loyalität und von mir aus auch graduelle Demut sind sicherlich nicht die schlechtesten Ratgeber auf dem Weg zu einem moralischen, ethischen Miteinander auch in der Geschäftswelt.

Dies ist die Suche nach dem guten Kern, den wahrscheinlich jeder bei seiner Geburt mitbekommen hat und viele, vor allem solche, die es auf der vermeintlich höheren Evolutionsstufe eines „Managers“ zu etwas gebracht haben, verloren haben.

Jeder sollte für sich und im kleinen anfangen, moralisch, ethische Grundzüge in seinem Arbeitsalltag zu integrieren und damit eine Vorbildfunktion für seine Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner zu übernehmen. Dies ist meines Erachtens der Beginn eines verhaltensinduzierten Assimilationsprozesses, an dessen Ende eine moralische und ethisch vertretbare Geschäftspolitik steht, die eben nicht nur eine gekünzelte Sichtweise ist.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

* Übrigens einer meiner Lieblingssprüche lautet: „Die Bäume haben eher als wir Menschen begriffen, dass man in einem begrenztem System nicht unbegrenzt wachsen kann.“

Apropos „Nieten in Nadelstreifen“

Irgendwie ist an dem Vorwurf von den „Nieten in Nadelstreifen“ was dran. Was man in Konzernen so alles erlebt, ist schon mehr als interessant. Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung: Da ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende, der der Lufthansa vorschreibt, in welcher Art und Weise die Früchte geschnitten und auf dem Teller angeordnet werden sollen, damit auf dem Flug auch alles so ist, wie er es mag. Gleicher Vorstand liess den Sitz seines Fahrers solange abtragen, bis er über ihn hinweg nach vorne sehen kann. Besagter Vorstand sitzt natürlich immer hinten.

Einer seiner Kollegen läßt aus einer 500 S-Klasse von Mercedes die serienmäßige Lederausstattung wieder entfernen, wegen einer „angeblichen“ Lederallergie. Das nunmehr keine Leasinggesellschaft dieses Fahrzeug mehr finanzieren will, störte nicht weiter, dann wird es halt einfach gekauft. Der Restwert des Wagens war unmittelbar nach der Zulassung um 75% gefallen.

Besagter Vorstand im Originalzitat zu mir bei einer Präsentation, bei der der Gesamtvorstand anwesend war: „Herr XY sprechen Sie nur zu mir hier drüben sitzt sowieso keine Kompetenz.“ Auch wenn er wahrscheinlich Recht hatte, war es umso erstaunlicher, dass keiner der besagten Vorstandsmitglieder den Mumm hatte einfach aufzustehen und dem Vorsitzenden wissen zu lassen, dass er ihn in seinem Büro bei der Arbeit findet. Das wäre die einzig richtige Antwort auf so einen Unsinn gewesen.

Konzernentscheidungen wurden getroffen, weil Berater wie Roland Berger, McKinsey etc. meinten mehr Ahnung von  der Strategie eines Großkonzerns zu haben, als die unternehmenseigenen Führungskräfte. Ich habe selten soviel Unsinn gesehen. Was sind übrigens die beiden typischen Handlungen eines Beraters: wie schüttel ich mir was aus dem Arm und wie sauge ich mir etwas aus den Fingern. Es gibt böse Zungen die behaupten, dass Berater die moderne Form einere Hure sind: sie erbringen eine Dienstleistung für viel Geld, die man selbst bessser, schneller und billiger hätte erbringen können. Aber das nur nebenbei.

Aber zurück zu den Konzernbossen: ich glaube der moralische und ethische Verfall der Führungsriegen, hat seine Ursache in der mangelhaften Ausbildung. Es fehlen moralisch, ethische Grundausbildungen. Wirklich schade, viele dieser Personen hätten wirklich erfolgreich sein können.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

Moral und Ethik des Geschäftslebens

Es ist immer wieder unglaublich wie wenig Moral und Ethik im Geschäftsleben aktiv gelebt werden und wie wenig Unrechtsbewusstsein viele „Manager“ besitzen. Die ganze Welt echauffiert sich über die vermeintlichen „Nieten in Nadelstreifen“ bei den Großkonzernen, allerdings zeigen sich die Grundtendenzen des moralischen und ethischen Verfalls auch bei mittelständisch geprägten Unternehmen.

Mir drängen sich hierbei immer wieder Fragen auf, warum vielen nicht klar ist….

  • … dass man fremdes Geld nicht wie sein eigenes behandelt
  • … dass man unternehmerische Kontrolle ausüben muss und dass Kontrolle mindestens 75% des Alltages einer Führungskraft ausmacht
  • … dass man mit fremden Geld vertrauensvoll und sorgsam umgeht
  • … dass man als Führungskraft Vorbildfunktion hat
  • … dass man Privatleben und Arbeitswelt strikt voneinander trennen muss
  • … dass eine Vorteilsnahme zum Nachteil eines Dritten unrecht ist
  • … dass man private Freundschaften im Arbeitsleben nicht überstrapazieren sollte
  • … dass es Unrecht ist von einem Lieferanten privat Geld zu nehmen
  • … dass Vorteile, die man im Unternehmen genießt, wie Firmenwagen, Mobilfunkgeräte, Spesenausgaben im angemessenen Verhältnis zum unternehmerischen Erfolg bzw. Reifegrad eines Unternehmens stehen sollten
  • … dass es kein Erfolg ist jemanden zu kennen oder jemandes Freund zu sein, sondern dass es auf die eigene Leistung ankommt
  • … dass Geradlinigkeit keine Schwäche sondern eine Tugend ist
  • … dass man sich Vertrauen verdienen muss und das man es eben nicht einfordern kann
  • … dass der Betrug an anderen Menschen kein unternehmerischer Erfolg ist
  • … dass man Geld, das man sich geliehen hat, auch zurückbezahlen muss und zwar unaufgefordert

Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten und vielen doch so fern. Management 0,8,15 halt. Klingt einfach ist auch so.

Dirk Stader