Die Unfähigkeit zur objektiven, intelligenten, fokussierten Berichterstattung

Ich glaube nicht, dass sich die Presse und speziell viele Journalisten heute noch die Mühe machen vernünftig zu recherchieren. Die meisten schreiben einfach nur die aktuellste dpa-Meldung ab. Eigene Meinungsbildung, tiefgründige Recherche, objektive Abwägung und letztlich Meinungsbildung nach den alten Prinzipien These, Antithese, Synthese scheint für viele, viel zu anstrengend oder gar interlektuell zu herausfordernd zu sein.

Das Ergebnis sind schlecht recherchierte Beiträge, die unreflektierte Übernahme von Meinungen oder einfach reisserische Plattitüden. Na vielen Dank.

Darüber hinaus fröhnen viele dem Grundprinzip, je mehr ich übertreibe, je wahnsinniger ich etwas darstelle und umsomehr ich an die niedere Instinkte der Masse appeliere und Angst streue, desto besser die Geschichte. Na prima.

Der Zeitwert der Wahrheitsvermutung bei den meisten Beiträgen geht gegen einen Grenzwert der nicht weit entfernt ist von „Ground Zero“ also 0,00.

Zudem werden innerhalb der Berichterstattung Schwerpunkte gesetzt, die so was von unbedeutend sind, dass sie noch nicht einmal mit dem berühmten „Sack Reis in China“ konkurrieren können. Ich war selten so gelangweilt. So liebe Schreiberlinge, wie wäre es wenn ihr in die Fußstapfen von Alt-Vater Grimm treten würdet und eure Beiträge ehrlicher Weise direkt als Märchen einstuft. Dann ist es wenigstens vollkommen klar, welche Güte bzw. welcher innere Anspruch der vermeintlichen Berichterstattung zu Grunde liegt.

Ein Wind ist halt manchmal ein Wind und kein Weltuntergang, der Tod eines einzelnen, bei aller Tragik für das nähere Umfeld, leider doch nur eine Randerscheinung und global unbedeutsam, das Leben eines Prominenten, so etwas was uninteressant und lächerlich und mit Verlaub gesprochen, der Worte nicht wert.

Außerdem ein kleiner Hinweis zu letzt, manchmal sind sog. „good news“ zwar langweilig, aber vielleicht ehrlicher und möglicher Weise auch bedeutsamer als die permanente öffentlich zur Schaustellung von publikumswirksamen „bad news“.

Also Journalisten, Redakteure und Herausgeber, ihr langweilt euch doch auch, oder?

Also Mut zur authentischen, offenen gut recherchierten Berichterstattung.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

Moral und Ethik im Geschäftsleben – Fortsetzung

Es ist wirklich erstaunlich, im Privatleben versuchen viele Menschen Moral und Ethik als wesentliche Grundzüge menschlichen Zusammenlebens auch zu leben.  Sie versuchen ein ethisch und moralisch einwandfreies Verhältnis zu ihren Freunden, ihrem Partner oder ihrer Familie aufzubauen. Diese Mechanismen scheinen allerdings im Geschäftsleben vollkommen ignoriert zu werden bzw. einfach nicht zur Anwendung zu kommen. Hier scheinen Betrug, Selbstoptimierung, finanzieller Eigennutz vorzuherrschen. Moral und Ethik sind hier maximal noch eine gekünzelte Sichtweise denn ein universeller Wert. Der moralische, ethische und sittliche Verfall ist eher Normalität denn Ausnahme.

Mein Plädoyer ist relativ einfach: die Mechanismen die viele im Privatleben automatisch anwenden und anscheinend auch verinnerlicht haben, müssen im Geschäftsleben zur Anwendung kommen. Damit würde man richtiger Weise Kollegen, Vorgesetzte, Gesellschafter und Geschäftspartner genauso behandeln wie Freunde und Familie.

Dem Streben nach immer größerem Wachstum*, der kontinuierlichen Steigerung des finanziellen Erfolges, würde das Postulat eines gemeinsamen Erfolges einer sog. „win-win“-Situation weichen. Eben nicht mehr die einseitige Optimierung zu Lasten eines anderen, sondern die bewusste Inkaufnahme der eigenen Grenzen, da hier die Freiheitsgrade eines Dritten beeinträchtigt und eingeschränkt werden.

Ist dies eine Utopie, oder kann das allgemeine Wertegerüst eines Managers, Unternehmensführers, einer Führungsperson im Rahmen einer generellen Gerechtigkeit nachhaltig verändert werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies möglich ist.

Meines Erachtens geht es um Vorbilder, Leute mit dem Anspruch die Welt zu verbessern: Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Angemessenheit, Loyalität und von mir aus auch graduelle Demut sind sicherlich nicht die schlechtesten Ratgeber auf dem Weg zu einem moralischen, ethischen Miteinander auch in der Geschäftswelt.

Dies ist die Suche nach dem guten Kern, den wahrscheinlich jeder bei seiner Geburt mitbekommen hat und viele, vor allem solche, die es auf der vermeintlich höheren Evolutionsstufe eines „Managers“ zu etwas gebracht haben, verloren haben.

Jeder sollte für sich und im kleinen anfangen, moralisch, ethische Grundzüge in seinem Arbeitsalltag zu integrieren und damit eine Vorbildfunktion für seine Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner zu übernehmen. Dies ist meines Erachtens der Beginn eines verhaltensinduzierten Assimilationsprozesses, an dessen Ende eine moralische und ethisch vertretbare Geschäftspolitik steht, die eben nicht nur eine gekünzelte Sichtweise ist.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

* Übrigens einer meiner Lieblingssprüche lautet: „Die Bäume haben eher als wir Menschen begriffen, dass man in einem begrenztem System nicht unbegrenzt wachsen kann.“

Moral und Ethik des Geschäftslebens

Es ist immer wieder unglaublich wie wenig Moral und Ethik im Geschäftsleben aktiv gelebt werden und wie wenig Unrechtsbewusstsein viele „Manager“ besitzen. Die ganze Welt echauffiert sich über die vermeintlichen „Nieten in Nadelstreifen“ bei den Großkonzernen, allerdings zeigen sich die Grundtendenzen des moralischen und ethischen Verfalls auch bei mittelständisch geprägten Unternehmen.

Mir drängen sich hierbei immer wieder Fragen auf, warum vielen nicht klar ist….

  • … dass man fremdes Geld nicht wie sein eigenes behandelt
  • … dass man unternehmerische Kontrolle ausüben muss und dass Kontrolle mindestens 75% des Alltages einer Führungskraft ausmacht
  • … dass man mit fremden Geld vertrauensvoll und sorgsam umgeht
  • … dass man als Führungskraft Vorbildfunktion hat
  • … dass man Privatleben und Arbeitswelt strikt voneinander trennen muss
  • … dass eine Vorteilsnahme zum Nachteil eines Dritten unrecht ist
  • … dass man private Freundschaften im Arbeitsleben nicht überstrapazieren sollte
  • … dass es Unrecht ist von einem Lieferanten privat Geld zu nehmen
  • … dass Vorteile, die man im Unternehmen genießt, wie Firmenwagen, Mobilfunkgeräte, Spesenausgaben im angemessenen Verhältnis zum unternehmerischen Erfolg bzw. Reifegrad eines Unternehmens stehen sollten
  • … dass es kein Erfolg ist jemanden zu kennen oder jemandes Freund zu sein, sondern dass es auf die eigene Leistung ankommt
  • … dass Geradlinigkeit keine Schwäche sondern eine Tugend ist
  • … dass man sich Vertrauen verdienen muss und das man es eben nicht einfordern kann
  • … dass der Betrug an anderen Menschen kein unternehmerischer Erfolg ist
  • … dass man Geld, das man sich geliehen hat, auch zurückbezahlen muss und zwar unaufgefordert

Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten und vielen doch so fern. Management 0,8,15 halt. Klingt einfach ist auch so.

Dirk Stader