Der Held unserer kleinen Geschichte befindet sich mit seinem Boot (für andere ist das Boot, ein Synonym für das eigene Unternehmen) in einem fürchterlichen Sturm. Es regnet in Bindfäden, Donner und Blitze krachen in kurz auf einander folgenden Rhythmen vom Himmel. Das Boot / Unternehmen schwankt stark und kann sich bei jeder neu aufkommenen Windböe nur mit aller letzter Kraft wieder aufrichten. Nach einem stundenlangen Kampf (bei Unternehmen mehrere Monate) kann sich das Boot den unwirklichen Bedingungen der Sturmfront (oder der schlechten wirtschaftlichen Lage) nicht mehr widersetzen. Es kentert und zerschellt an einem Riff.
Der Held unserer Geschichte wird ins Wasser geschleudert und kämpft einen kurzen harten Kampf mit den Elementen. Im letzten Augenblick kann er sich mit fast unmenschlicher Kraft (oder mit dem letzten Euro) auf die äußerste Spitze einer kleinen trostlosen Insel retten. Es ist vollkommen klar, dieser schnöden, ungastlichen Einöde, wird er nie wieder entkommen.
Unser Held liegt stundenlang völlig erschöpft am Boden, bevor er wieder etwas spürt. Die Kräfte sammeln sich langsam und unser Held ist erstmals nach Stunden wieder fähig einen klaren Gedanken zu fassen.
In diesem Zustand erhebt er klagend seinen Kopf zum Himmel und schreit verzweifelt. “Warum ich?”
Und vom Himmel ertönt eine ruhige, volle Stimme und erklärt (wahrscheinlich achselzuckend): “Warum nicht?”
hmm, Dirk Stader

