Archiv für die ‘Wissen Know-how’ Kategorie

Planung, Planungsprozess, Planungsdefekte

1 September 2009

1. Managementprozeß/Aufgaben des disposititven Faktors

 Planungsprozess

2. Definition(en)

2.1 Planung ist die geistige Vorwegnahme – systematisch methodisch – zukünftigen Handelns, an die sich – ausgehend vom  Standpunkt der Zielsetzung – die optimale Alternativenwahl anschließt. *Selbst

2.2 Planung ist ein willensbildender, informationsverarbeitender, prinzipiell systematischer und rationaler Problemlösungsprozeß mit dem Ziel, zukünftige Handlungsspielräume einzugrenzen und zu strukturieren. Planung wird von Planern (Planungsträgern) durchgeführt. Das intendierte Ergebnis ist die Veränderung des Planungsobjektes gemäß den Zielen des Planungsträgers. *Delfmann

2.3 Quantitative Planung ist die Anwendung von mathematischen Modellen und Methoden (Mathematik hat Instrumentalcharakter) zur Lösung von betriebswirtschaftliche Problemen. Wichtig: Formale Lösung muß nicht unmittelbar die Lösung des realen Problems sein. Vielmehr muß meist eine Rückübertragung ggf. Interpretation des Aussagegehalts der Formallösung für das Realproblem vorgenommen werden. 

Qualitative Planung erfolgt im Unterschied hierzu auf der Grundlage von verbalen Begriffskategorien und Daten.

Beim Begriff der Planung ist zu hinterfragen inwiefern Probleme objektiv gegeben und/oder subjektiv konstruiert sind.

3. Klassisches Planungschema *Adam  (Wirkungszusammenhang)

Planungsschema 

 

 

Ein Planungsproblem, das diesem Schema vollständig entspricht, wird als wohlstrukturiert bezeichnet. Ein wohlstrukturiertes Problem zeichnet sich durch vier Merkmale aus.

1. Zu lösendes Problem ist nach Art und Umfang scharf definiert. Variablen, Einflußgrößen und Wirkungszusammenhänge sind gegeben (sog. geschlossenes Entscheidungsfeld).

2. Existenz einer eindeutigen, operationale Zielfunktion + eindeutige Rangordnung der Präferenzen für die Alternativen.

3. Existenz eines effizienten Lösungsverfahrens, d.h. beste Alternative kann gemäß Zielfunktion mit vertretbarem Aufwand gefunden werden (Primat der Wirtschaftlichkeit).

4. Interpretation der Elemente und Strukturen ist eindeutig (intersubjektive Überprüfbarkeit).

Reale Problem sind jedoch selten strukturiert, sie weisen Strukturmängel auf und sind dementsprechend strukturierungsbedürftig. Aufgabe der Strukturierung ist es Strukturmängel oder Defekte zu beseitigen, um eine quantitative Planung zu ermöglichen.

Arten von Defekten:

PlanungsdefektePlanungsdefekte 2 

 

 

1. Abgrenzungsdefekt: Art/Anzahl Variablen, Art/Anzahl der Einflußgrößen und/oder die Abgrenzung zwischen beeinflußbaren/abhängigen und den unbeeinflußbaren/unabhängigen Daten des Problems sind nicht bekannt bzw. nicht zu ermitteln. (z.B. bei Qualitätsmängeln kommen sowohl Rohstoffmängel als auch Bedienungsfehler des Personals in Betracht.)

 2. Wirkungsdefekt: Wirkungszusammenhang der Variablen ist nicht klar.

 3.Bewertungsdefekt: Relevante Merkmale eines Problems lassen sich nicht in quantitative Größen überführen, so daß eine Rangfolge der relativen Vorteilhaftigkeit der bewerteten Alternativen nicht möglich ist (Messung von Käuferverhaltensänderungen bei Werbekampagne ist nicht operational)

 4. Zielsetzungsdefekt: bei Zielkonflikten, wenn mehrere konfliktionäre Ziele existieren.

 5. Lösungsdefekt: wenn das Problem sich zwar wohl definieren läßt, aber kein effizientes Lösungsverfahren existiert mit dem die optimale Lösung in einer annehmbaren Zeit ermittelt werden kann (z.B. kombinatorische Probleme)

 Ein Planungsproblem soll im folgenden als schlechtstrukturiert bezeichnet werden, wenn alle Defekte gleichzeitig vorliegen, d.h. das Entscheidungsfeld gänzlich strukturierungsbedürftig ist.

 Bei der Lösung zeigt sich die besondere Bedeutung von Argumenten bei der Lösung von schlechtstrukturierten Problemen.

 Dirk Stader

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Autopoiese

1 September 2009

Sind kokmplexe Organisationen überhaupt steuerbar, kann man Selbstorganisation organisieren, wie funktionieren Kommunikationsprozesse in komplexen Systemen. Luhmann geht davon aus, daß Unternehmen in seiner Autopoiese (Selbsterzeugung) seinen Weg geht, sehr selbstbezogen d.h. sich selbst beherrscht. Wenn man wissen will, was eine einzelnen Person z.B. ein Manager bewirken bzw. steuern kann, lautet die Frage zunächst, was überhaupt auf ihnzurechenbar ist, und was sich aus früheren Ursachen ergibt. Man muß dementsprechend die Systembedingungen – den Kontext – erforschen.

Eine ganz andere Frage ist, wie man Steuerung verstehen soll. Die kybernetische Herkunft des Begriffs „Control“ deutet darauf hin, daß es eigentlich immer nur um die Verminderung der Spanne zwischen dem Zweck und dem Zustand, der eintreten würde, wenn man nichts täte, geht. Für Luhmann läuft die ganze Zweckrationalität[2] dementsprechend immer auf eine Differenzminimierung hinaus. Man will die Differenz zwischen einem vorgestellten Produktionsziel und dem real erreichten vermindern. Man setzt sich Ziele und möchte die Realität an dieses Ziel heransteuern.

Wenn man aber systemtheoretisch denkt, fragt man, welche Differenz man überhaupt vermindern kann – oder in welchem Umfang ein System nicht auf der Vergrößerung oder dem Stabilhalten von Differenzen beruht. Kein Rechtssystem würde die Differenz zwischen Recht und Unrecht vermindern, kein Uernehmer will die Differenz zu einem Konkurrenten vermindern. Die Frage ist vielmehr: In welchem Bereich lohnt sich die Differenzminderung und in welchem Bereich will man die Differenz gerade verstärken (also die Qualität der eigenen Produkten gegenüber der der Konkurrenz vergrößern). Luhmann weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß jede Differenzminderung eine Differenzerhöhung in einem anderen Bereich mit sich bringt (Bei TQM müssen beispielsweise Mitarbeiter mehr arbeiten oder Ressourcen werden gebunden). Als These stellt Luhmann in den Raum, daß Lösungen für Probleme neue Probleme erzeugen.

Eine Umorientierung der Sprache von Zweckrationalität auf Differenzminderung und Differenzmehrung hat nicht den Zweck, herauszufinden, was man tun soll, sondern nur den einer komplexeren Beschreibung.

Diese Betrachtungsweise löst lt. Luhmann allerding nicht den Widerspruch, daß mein Unternehmen ein autopoietisches System ist, das ich nicht steuern kann, weil es sich selbst steuert. In einer Maturana-Version (keine Ahnung was das ist) heißt es einfach: Autopoiesis ist „natural drfit“. Es geschieht was geschieht. Jedes (menschliche, Anm. d, Verf.) Bewußtsein ist in sich ein autopoietisches System. Die Koordination und Koalition solcher Bewußtseinssysteme ist eher unwahrscheinlich. Diese Barriere wird durch die sprachliche Formulierung (weitergehend auch durch die schriftliche Niederlegung) z.T. durchbrochen.


[1] Vergleich. Was tut ein Manager in einem sich selbst organisierenden System, N. Luhmann

[2] Zweckrationalit = Ziele rational zur erreichen: In der methodologischen Sichtweise verstanden als systemimmanente Prämisse für das ökonomisches Prinzip und in der ethischen Sichtweise verstanden als Maß der Vereinbarkeit der Ziele eines Subsystems (Individuum) mit einem übergeordneten Subsystem (Unternehmung –> Wirtschaftsgefüge –> Gesellschaft)

[1] Vergleich. Was tut ein Manager in einem sich selbst organisierenden System, N. Luhmann

[1] Zweckrationalit = Ziele rational zur erreichen: In der methodologischen Sichtweise verstanden als systemimmanente Prämisse für das ökonomisches Prinzip und in der ethischen Sichtweise verstanden als Maß der Vereinbarkeit der Ziele eines Subsystems (Individuum) mit einem übergeordneten Subsystem (Unternehmung –> Wirtschaftsgefüge –> Gesellschaft)

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Unsicherheit im betriebswirtschaftlichen Sinn

30 August 2009

Unsicherheit

Formen von Unsicherheit und Strategie zu ihrer Reduktion in Kauf– und Verkausfprozessen, David Ford, 1990

Es gibt Situationen, in denen Entscheidungen nicht so einfach zu fällen sind. Hierbei werden drei Situationstypen unterschieden:

 I.             Bedürfnisunsicherheit

Die Bedürfnisunsicherheit während des Interaktionsprozesses mit einem Lieferanten kann seitens des Anbieters sowohl erhöht als auch gesenkt werden. Identifiziert der Anbieter das Nachfragerbedürfnis exakt werden Unsicherheiten reduziert. Auf der anderen Seite kann er durch das Wissen über Faktoren, die der Nachfrager (noch) nicht in Betracht gezogen hat die Bedürfnisunsicherheit erhöhen. Der Grad der Bedürfnisunsicherheit ist nicht direkt mit dem Grad der Technologiekomplexität verbunden.

Käuferverhalten

– primäres Interesse an funktionalen und qualitativen Aspekten als am Preis

– Präferenz für Anbieter innerhalb des gleichen Kulturkreises

– Lieferantenloyalität

– Aufbau einer komplexen internen und externe Kommunikationsstruktur mit Spezialisten

– relativ mehr Kontakte mit Anbietern

Anbieterverhalten

a)   Fähigkeit der Bedürfnislösung beinhaltet Produkteigenschaften(Qualität, Funktion) und Service, so daß hier der Anbieter das Käuferbedürfnis verstehen, interpretieren und in eine Produktlösung umsetzen muß.

b)   Die Transferfähigkeit beinhaltet Leistungsfähigkeit und –Zuverlässigkeit der Lieferungen

c)   Im Rahmen des Organisationsaspekts muß eine Unternehmung so organisiert sein, daß die Bedürfnisbefriedigungsfähigkeit dem Kunden angezeigt wird.

Unter Marketinggesichtspunkten identifiziert man zwei wichtige Problemfelder das Abgrenzungs– und das Begrenzungsproblem. Wieviel der totalen Fähigkeiten eines Anbieters in bezug auf die Bedürfnislösung soll dem einzelnen Kunden angeboten werden (Customer Value Ansatz). Nicht alle Anstrengung für alle Kunden, sondern nur für bestimmte  Potentialkunden.

Beeinflussungsstrategien des Anbieters bei Bedürfnisunsicherheit

– Strategien müssen auf den jeweiligen Nachfrage individuell abgestimmt sein

– Bereitstellung von neuen technischen Informationen

– Verminderung der Komplexität des Käuferbedürfnisses

II.           Marktunsicherheit

Die Marktunsicherheit ist eng mit den Anbietern verbunden, die von den Käufern als alternative Quellen wahrgenommen werden. Der Grad der Marktunsicherheit hängt vom Grad der Unterschiede zwischen Anbietern ab (Marktstruktur) und wie diese Unterschiede sich im Zeitablauf ändern (Marktdynamik). Aus der Sicht des Käufers ergibt sich oft ein Problem in der Geschäftsbeziehung mit nur einem Lieferanten, weil er somit den Nutzen und die Änderungen im Zeitablauf nicht wahrnehmen kann, die unterschiedliche Anbieter liefern können. (Opportunitätskosten, als Kosten des entgangenen Nutzens, fallen an)

Käuferverhalten

– Kontakt zu vielen Anbietern

– Spezialisierung auf Identifikation von Marktunsicherheiten

Beeinflussungsstrategien des Anbieters bei Marktunsicherheit

– Informationen über den Markt an den Nachfrager

– Betonung herogener und homogener Tendenzen je nach Strategie

III.          Transaktionsunsicherheit

Die Transaktionsunsicherheit hängt mit dem Problem der Produktbeschaffung (physisch, legal, zeitlich, auch Unterschiede in der Kultur zwischen Anbieter und Nachfrager usw.) zusammen. Die anfänglichen Schwierigkeiten können jedoch während des Interaktionsprozesses reduziert werden, der auch als Lernprozeß angesehen werden kann. Als letzter Faktor ist der Grad der Handelsabläufe zu nennen, umso weniger standardisiert diese Abläufe sind, desto komplexer sind die Diskussionen und Verhandlungen und somit auch die Transaktionsunsicherheit.

Käuferverhalten

– Suche nach parallelen Anbietern

– Intensive Beschäftigung mit den Lieferanten

– viele Kontakte bevor die eigentliche Entscheidung fällt

Beeinflussungsstrategien des Anbieters bei Transaktionsunsicherheit

– Betonung der Fähigkeit Liefervereinbarungen nachkommen zu können

– Einrichtung von Kundenlager

– Joint–Transport–System¹

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Shareholder Value Ansatz / Economic Value Added

15 August 2009

Shareholder Value Ansatz / Economic Value Added

 

Leistungsbeurteilung mit Hilfe des „economic value added““ (EVA)

1.         Motivation

Der Share-Holder-Value- oder Wertsteigerungsansatz ist zur Zeit in aller Munde, da immer mehr Unternehmen den überlegenen Steuerungsansatz im Rahmen des strategischen Focus erkennen. Einige gehen sogar soweit, von einem Paradigmawechsel hin zur wertorientierten Unternehmensführung zu sprechen, der letzlich eine Übrlebensstrategie im globalen Wettbewerb darstellt.

Um ein erstes Gefühl für diesen neuen betriebswirtschaftlichen Ansatz zu entwickeln, wird nachfolgend kurz und übersichtlich der Share-Holder Value Ansatz im allgemeinen skizziert. 

2.         Share-Holder-Value-Ansatz

Auf Basis der Allokationstheorie und dem damit einhergehenden Grundsatz der optimalen Allokation in Verbindung mit der Theorie von der Maximierung des Marktwertes des Eigenkapitals sucht die Share-Holder-Value-Analyse nach denjenigen Prozessen im Unternehmen, die Wert schaffen oder vernichten. Damit rückt die wertorientierte Protfoliogestaltung und Ressourcenzuteilung in das Zentrum strategischer Überlegungen. Der Grundgedanke einer „wertorientierten Unternehmensführung“ ist denkbar einfach: Alle Anstrengungen im Unternehmen müssen sich danach ausrichten, den Wert des Unternehmens für ihre Eigentümer zu steigern. Nach diesem Prinzip steuert bspw. Bayer die Geschäfte seiner ca. 400 Gesellschaften. Meßlatte für jeden Bereichsleiter sind dabei die Kapitalkosten des jeweiligen Marktsegmentes. In diesem Zusammenhang werden Untergrenzen formuliert, die in jedem einzelnen Segment verdient werden müssen. Lt. R.J. Köhler, Vorstand SGL Carbon, verhalf ein weitreichendes Share-Holder-Value-Programm zum Turnaround im Kerngeschäft „Graphitelektroden“.

Value Based Management verändert dabei die Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens und sichert den strategischen Erfolg.

Die Liste der Unternehmen, die mit dem Share-Holder-Value-Ansatz bereits Erfolge erzielen ist eindrucksvoll: 

            – Jungheinrich AG

            – Henkel KGaA

            – SGL Carbon AG

            – Gehe AG

            – Veba AG

            – BASF AG

            – Siemens AG

            – VW AG

            – u.v.m 

2.1       Einsatzmöglichkeiten des Share-Holder-Value-Konzeptes [1]

-    in der Zielfindung, Zielvereinbarung kann der Ergebnisspielraum von Geschäftsbereichen, weil realistischer einschätzbar, in angemessene Ziele umgesetz und damit besser ausgeschöpft werden.

-    Steuerung des internen Wettbewerbs um Ressourcen

-    laufende jährliche Kontrolle mittels Rendite-Kapitalkosten-Vergleich

-    die Aussagefähigkeit der Managementinformationssysteme wird durch wertorientierte Größen erheblich verbessert

-    Leistungsbeurteilung von Führungskräften mittels gerechtere Maßstäbe, die sich am Beitrag zum Unternehmenswert orientieren

-    Beurteilung von Anlagestrategiealternativen aus Anteilseignersicht

-    Basis für Budgetverteilung

-    dient der Beurteilung alternativer Strategien, für Investitionsvorhaben

-    Entscheidungshilfe bei Restrukturierungen 

2.2       Ergebnisse von Share-Holder Value-Analysen

Nach der Value Added Methode hat Bain&Company die 470 größten deutschen Unternehmen aus Industrie, Handel und Verkehr im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre analysiert. Das Ergebnis ist deprimierend, die Performance der deutschen Unternehmen ist schwach. Von den rd. 470 Unternehmen liegen im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre 314 im negativen Bereich (67%). Wie groß in einigen Konzernen die Performancelücke tatsächlich ist zeigt das Beispiel VW. Bereits 1990, als die Welt das Automobilbauers noch in Ordnung war, fehlten VW im operativen Geschäft 1,4 Mrd. DM. Das hierfür eingesetzte Kapital betrug 26 Mrd.DM, die Capital Charge 10% 2,6 Mrd. DM, die – vom operativen Ergebnis abgezogen – zu einem Value Added von minus 1,4 Mrd. DM führt. 

3.         Economic Value Added (EVA)

Abgeleitet aus dem Share-Holder Value Ansatz wurde das EVA-Model als Leistungsbeurteilungsmaßstab entwickelt. Der EVA ist der einzige Wertansatz, der vorwärtsgerichtete Bewertungen (im Sinne von Kapitalwertkalkülen), Entscheidungen und Budgetierungen mit rückwärtsgerichteten Berurteilungen verbindet.[2] Der EVA ist dementsprechend geeignet, die Entwicklung eines Wertbeitrages in der Vergangenheit abzubilden. Er gewährleistet eine Ex-post-Betrachtung, die darstellt, in wieweit es dem Unternehmen in der Vergangenheit gelungen ist, den Wert des Unternehmens zu steigern. Durch die explizite Berücksichtigung des Kapitaleinsatzes wird ein Vergleich zwischen kapital- und arbeits-/material-intensiven Unternehmen ermöglicht.

 Nur eine Rentabilität oberhalb der Kapitalkosten schafft Wert, andernfalls wird aus Sicht des Kapitalgebers Wert vernichtet.

Der EVA ist eine jährliche Erfolgsgröße, die ausgehend vom operativen Ergebnis eines Unternehmens ermittelt wird. Dieses Ergebnis wird um die Nutzungskosten für das eingesetzte Kapital, die Kapitalkosten (Capital Charge), bereinigt. Die Kapitalkosten hängen von der Höhe des investierten Kapitals (Capital Empoyed) und von einem Kapitalkostensatz ab. Der Economic Value Aded wird durch Subtraktion der Kapitalkosten vom operativen Ergebnis bestimmt. 

Nach dem EVA-Konzept sind Unternehmen erst dann erfolgreich, wenn Sie aus ihrer Geschäftstätigkeit eine über der Mindestverzinsung des gebundenen Vermögens liegende Rendite erwirtschaften.

Die errechneten EVA-Werte sind mit der Gewerbeertragssteuer als Unternehmens- bzw. Kostensteuer belastet. Der EVA ist somit eine dem Kapitalgebern zur Verfügung stehede Größe vor Steuern (Bruttogröße), vergleichbar einer Anlage in festverzinslichen Wertpapieren, deren Rendite ebenfalls eine Bruttorendite vor Steuern ist.[3] 

4.         Vorgehensweise 

            I.         Ermittlung des Gesamtinformationsbeadrfs

            II.        Datenmaterial aufbereiten (speziell Bilanz- und GuV-Daten und Mittelfristplanung)

            III:      Bestimmung des EVA und Darstellung der Wertentwicklung im Zeitablauf

            IV.       Auswahl von Benchmarks und Vergleich der Ergebnisse

            V.        Präsentation

Dirk Stader


 

[1] Vgl. Copeland, Tom/ Koller, Tim/ Murrin, Jack, Unternehmenswert (McKinsey)

[2] Vgl. Steward

[3] Diese Betrachtung entspricht dem Vorgehen bei der in Deutschland vorherrschenden transaktionsorientierten Bewertung, bei der in der Regel von einer Vollausschüttungshypothese ausgegeangen wird.

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Patientenbezogene Steuerung im Krankenhaus – Auszug aus einem Vortrag von 2003

12 August 2009

Vor dem Hintergrund, daß die stationäre Krankenversorgung einen großen Anteil an den Gesamtausgaben des Gesundheitswesens hat, möchte ich über die patientenbezogene Steuerung im Krankenhaus sprechen. In diesem Zusammenhang werde ich die Notwendigkeit der Bestimmung von Fallgruppen aufzeigen und einen Kriterienkatalog entwickeln, der zur Effizienzbeurteilung von Fallgruppensystemen herangezogen werden kann.

Ausgehend von einer quantitativ und qualitativ gegebenen Krankenhausleistung ist es das Ziel aller Restrukturierungsbemühungen im Krankenhaus, die anfallenden Kosten auf das Maß zu beschränken, das bei rationeller Gestaltung der Betriebsprozesse erreicht werden kann. Die Gesamtkosten im Krankenhaus ergeben sich primär aus den mit Geld bewerteten Leistungen, so daß es – selbst bei einer Minimierung der Kosten für jede einzelne Leistung – durch eine Ausweitung des Leistungsspektrums zu einer Steigerung der Gesamtkosten kommt.

Die Problematik im Bereich der Leistungserstellung besteht darin, daß die Art, Zahl und Qualität der vom Krankenhaus zu erbringenden Behandlungs–, Pflege– und Versorgungsleistungen von den individuellen Patientenmerkmalen sowie dem Krankheitsbild und dem Krankheitsverlauf abhängen und zudem vom Krankenhauspersonal unterschiedlich interpretiert werden. Die Leistungserbringung ist somit inhomogen, nicht ausreichend transparent, kaum operationalisierbar und letztendlich nicht intersubjektiv nachprüfbar.

Vor dem Hintergrund dieser Problematik ist es das Ziel, homogene und operationale Leistungsstrukturen zu schaffen, um darauf aufbauend ein betriebswirtschaftliches Instrumentarium zur gezielten patientenbezogenen Steuerung der Behandlungs–, Pflege– und Versorgungsprozesse zu entwickeln und damit die Kosten zu senken. Anders als bislang üblich wird dabei nicht vom Pflegetag als Orientierungsgröße ausgegangen, sondern der Patient und seine Krankheit wird in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt, da die Veränderung des Gesundheitszustandes die eigentliche Zielsetzung und das Produkt des Krankenhaus ist.

In diesem Zusammenhang wird das gesamte Leistungsspektrum des Krankenhauses unter Berücksichtigung der speziellen Krankenhausstruktur – also die Einteilung in Diagnose, Therapie, Pflege und Versorgung – in sog. Leistungskategorien eingeteilt. Patienten, die gleichartige Leistungen erhalten werden dann zu sog. Fallgruppen innerhalb der Leistungskategorien zusammengefaßt. Dies ermöglicht die patientenbezogene Steuerung – sprich Planung, Realisation, Kontrolle und Beeinflussung der Leistungserstellung–. Dabei wird zunächst für jede Fallgruppe ein standardisiertes Leistungsbündel festgelegt und die für den Planungszeitraum erwartete Patientenzahl und –struktur prognostiziert. So kann das Leistungsvolumen und die benötigten Ressourcenmengen hinreichend genau geplant werden.

Schon bei der stationären Aufnahme wird der Patient einer Fallgruppe in den Bereichen Diagnose, Therapie, Pflege und Versorgung zugeteilt. Das medizinische Personal orientiert sich bei der Leistungserbringung an den hierfür gebildeten, standardisierten Leistungsbündeln. Durch die Gegenüberstellung mit der tatsächlich erbrachten Leistung je Patient und Fallgruppe, sind verschiedene Vergleichsrechnungen – Zeit–, Soll–Ist–, und Betriebsvergleiche) und Abweichungsanalysen möglich.

Die Vorteile einer patientenbezogenen Steuerung lassen sich wie folgt zusammenfassen: (7)

• mittels Steuerungsinstrumentarium lassen sich die Leistungen auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abstimmen und auf das jeweils notwendige Maß begrenzen
• der Leistungserstellungsprozeß wird transparenter, das Informationssystem wird ausgebaut und Entscheidungen vorbereitet
• die Vergleichbarkeit der Leistung wird ermöglicht
• Optimierung und rationelle Gestaltung der Betriebsabläufe und –strukturen
• die Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung wird überhaupt erst möglich, wobei ein Beitrag zur Begrenzung der Kosten geleistet wird
• die Qualität der Leistung wird verbessert
• Schaffung einer verbesserten Informationsbasis für Pflegesatzverhandlungen

In der Praxis existieren eine Vielzahl von möglichen Fallgruppensystemen, die durch unterschiedliche Merkmale gekennzeichnet sind und unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen: ICD–Kataloge, Fallpauschalen, DGK–NT–Katalog (Pflegestandards) etc.

Auf eine detaillierte Darstellung der einzelnen Fallgruppensysteme soll verzichtet werden. In der Einleitung proklamiertes Ziel ist es vielmehr Effizienzkriterien aufzustellen, die im Sinne allgemeiner Anforderungskriterien an ein Fallgruppensystem zum betriebswirtschaftlichen und medizinischen Optimum führen und die patientenbezogene Steuerung der Krankenhausabläufe ermöglichen. Mein Katalog der Effizienzkriterien gliedert sich wie folgt: (10)

• medizinische und klinische Stichhaltigkeit, Fallgruppen sollen ein sinnvolles Bild des Leistungsgeschehens im Krankenhaus vermitteln und sowohl von Medizinern und Verwaltung gleichermaßen akzeptiert werden.
• Homogenität, Zusammenfassung von Patienten in homogene Fallgruppen, die untereinander möglichst heterogen sind
• die Zuordnung von Leistungsstandards muß möglich sein, wobei die Leistungsstandards gleichzeitig ein Höchstmaß an Flexibilität besitzen müssen, damit innovative medizinische Entwicklungen berücksichtigt werden können
• Rechtzeitige Gruppenzuordnung, am besten schon bei der Patientenaufnahme wobei objektive intersubjektiv nachprüfbare Kriterien gefunden werden müssen
• Praktikable Zahl der Fallgruppen
• Reliabilität, (d.h. Patienten mit den gleichen Merkmalen müssen den gleichen Fallgruppen zugeordnet werden)
• Validität, (d.h. Zugehörigkeit zu einer Fallgruppe determiniert die zu erbringenden Leistungen)
• Überregionale Gültigkeit
• Leichte Verfügbarkeit der Informations– und Datenbasis
• Primat der Wirtschaftlichkeit

Fallgruppensysteme, die diese Kriterien erfüllen, erhöhen die Leistungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der stationären Krankenhausversorgung und tragen somit zur langfristigen Sicherung des Gesundheitsstandards in der Bundesrepublik bei.

Mehr dazu erhältlich bei Amazon: http://www.amazon.de/Patientenbezogene-Steuerung-Krankenhaus-Ralf-Michael-Schmitz/dp/3170130110

Klingt einfach, ist aber schwer.

Dirk Stader

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Die Globalisierungshypothese nach Levitt

12 August 2009

Die Globalisierungshypothese nach Levitt.

Konvergenzhypothese: Hommogene vs. heterogene Weltmärkte

Die postulierte These der Nachfragerkonvergenz wird mit der zunehmenden Ähnlichkeit potentieller Zielgruppen auf allen hochentwickelten Märkten begründet. Ursachen: Vereinheitlichung technischer Standards;

Verhaltensangleichung der Verbraucher aufgrund von Annäherungen in der Demographie und Lebensstilen.

Kritik an der Globalisierungshypothese nach Levitt:
Tendenz eher zu fragmentierten Märkten: Veränderungen der Haushaltszusammensetzung und Alterstrukur; Trend zur (Bedarfs-)Individualisierung bei gleichzeitiger Homogenisierung des Angebots; ambivalents Kundenverhalten; Wertewandel im Konsum;

These der Konvergenz ist viel zu pauschal formuliert und bleibt für viele Branchen fragwürdig.

II. Standardisierungshypothese: Standardisierte vs. differenzierte Marktbearbeitung

Globales Marketing ist eng mit der Forderung nach Standardisierung der Auslandsmarktbearbeitung (prozessual in Bezug auf Planungs-, Kontroll- und Informationsprozesse; instrumental, d.h. Markting-Mix) verbunden.

Pro Globalisierungshypothese nach Levitt:
- Ausnutzung von Degressions- und Lerneffekten
- Schaffung von Synergien (Produkt- Firmenimage etc.)
- Effizienssteigerung betrieblicher Funktionen (Planung, Kontrolle etc.)
- Ausnutzung Know-how der Muttergesellschaft

Contra Globalisierungshypothese nach Levitt:
- Gewinnentgang durch Nicht-Inanspruchnahme lukrativer Segmente
- Konflikte Tochter- Muttergesellschaft
- Hemmung innovativer Prozesse
- Begrenzung der unternehmerischen Aktivitäten auf Schlüsselmärkte

Fazit Globalisierungshypothese nach Levitt:
So viel Standardisierung wie möglich, so viel Differenzierung wie nötig.

III. Zentralisierungshypothese: Zentrale vs. dezentrale Entscheidungsstrukuren

Entsprechend der Strategieabhängigkeit von Organisationsstrukturen im Sinne Chandlers, bedingt das globale Mar-keting ein hohes Maß an Integration und Koordination markt- und betriebsgerichteter Entscheidungsprozesse. These ist, daß bei entsprechender Zentralisierung der Führung weltweite Kosten- und Preisvorteile genutzt werden könnten. Kritisch anzumerken bleibt: das Organisationstrukturen nur langsam den Strategien folgen (time-lags) und dass es hier zu einer Vernachlässigung der historisch gewachsenen faktischen Macht¬strukturen und Budgetierungs- und Controllingstrukturen kommt..

Allgemein ist die von Levitt propagierte Ausrichtung global operierender Unternehmen auf die Strategie der Preis-führerschaft zu einseitig. Globales Marketing korrespondiert nicht zwingend mit einer Preisführerschaftsstrategie. Vorteile der Qualitätsführerschaft werden vernachlässigt.

Lösung nach Meffert kann nur im Sinne einer Synthese gefunden werden.

Dirk Stader

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Handelshemminsse

30 Juli 2009

Handelshemmnisse

 

Allgemein versteht man unter Handelshemmnissen Eingriffe in den Handelsverkehr zur Protektion der inländischen Wirtschaft oder als Sanktionsmaßnahme. Man unterscheidet direkt (Zöllen und mengenmäßige Kontingente, da sie Die Aus- und Einfuhr als Bemessungsgrundlage haben) und indirekt (Subventionen, da sie nicht Die Aus- und Einfuhr als Bemessungsgrundlage haben) handelshemmenden Maßnahmen.

 

Wirkungsweisen von Handelshemmnissen

 

-     Verbrauch des jeweiligen Produktes geht zurück, da bei Zöllen der Preis stigt und bei Kontingenten das Angebot künstlich verknappt wird.

-     Protektion erlaubt zusätzliche heimische Produktion

-     Anstieg der Staatseinnahmen

-     Wettbewerb wird verringert, so daß Unternehmen sich nicht mehr gezwungen sehen Kostenvorteile zu realisieren

-     Allokationswirkungen (z.B. Umverteilungswirkung beim Einkommen)

-     Entwicklungskonservierende Effekte (siehe Landwirtschaft)

-     Begrenzung des Nachfragespielraums

-     Preissteigerungen

-     Qualitätsverluste

 

GATT

 

Gegenseitigkeit

Handelsliberalisierung

Nicht-Diskriminierung (Meistbegünstigungsklausel)

 

Tarifäre/nicht-tarifäre Handelshemmnisse

 

Tarifäre Handelshemmnisse werden durch das Instrument Zoll erreicht (Wertzoll, Mengenzoll). Nicht-tarifäre Handelshemmnisse sind mengenmäßige Kontingente, Einfuhrlizenzen, tatsächliche Durchführung der Zollabfertigung, technische Mindestvorschriften (Standards etc.).

 

andere Hemmnisse aus Unternehmenssicht:

 

Lokal Contend

Länderrisiko

 

Handelshemmnisse sind schädlich weil:

 

1.      Werden Einfuhren künstlich behindert, so folgt:

 

[Impò|Devisen-Nfò|Preise der Devisenò|DM-Aufwertung|Exportò]

 

Die Folge ist, daß möglichen positiven Effekten im geschützten Importsubventionssektorsektor, sichere negative Beschäftigungseffekte im Exportsektor gegenüberstehen.

 

2.      Jede Volkswirtschaft ist ein Netz von Produktionsbetrieben mit Verflechtungen unterschiedlichster Art. Im Rahmen des sog. Cost-Linkage-Effekt bedeuten Kostensteigerungen der Output-Güter Kostensteigerungen bei den Input-Gütern, so daß – aufgrund der Protektion – die sinkende mengenmäßige Nachfrage zu sinkender Produktion und Beschäftigung führt. Der Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Kostenniveaus bedeutet, daß sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes – und nicht nur der geschützten Branche – verschlechtert.

 

3.      Vergeltungsmaßnahmen im Ausland führen unmittelbar zu einem Rückgang der Exporte des Landes, daß mit der Protektion beginnt.

 

4.      Es werden Entwicklungen lediglich konserviert aber nicht aufgehoben (siehe Stahlbereich)

 

Fazit:        Handelshemmnisse sind in erster Linie als schädlich für die Volkswirtschaft einzustufen, lediglich dem Versorgungsschutzargument kann man eine gewisse Relevanz zustehen.

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Erfahrungskurvenkonzept

30 Juli 2009

Die Erfahrungskurve beschreibt den Effekt, daß mit jeder Verdoppelung der im Zeitablauf kumulierten Produktionsmengen analog Absatzmengen eines Produktes, die auf den Wertschöpfungsanteil einer Leistungseinheit bezogenen zahlungswirksamen inflationsbereinigten Stückkosten potentiell zwischen 20 – 30% sinken.

 

Unter der Annahme, daß sich Absatzmengen und Produktionsmengen parallel entwickeln, bestimmen die Marktanteile die Kostenpositionen der einzelnen Unternehmen. Die strategische Implikation des Konzeptes ist das Verfolgen einer Preis-Mengen-Strategie.

 

Der Erfahrungskurveneffekt, der an die aus der Fertigungswirtschaft bekannten Lernkurven erinnert, umfaßt jedoch mehr als nur die bekannten Lerneffekte, die durch entsprechende Übung bei bestimmten Arbeitsprozessen entstehen.

 

Diese Effekte sind zwar Bestandteile des Erfahrungskurveneffektes, die Erfahrungskurve beschreibt aber die zahlungswirksamen Kostensenkungen in bezug auf alle relevanten zahlungswirksamen Kostenarten, also auch der Vertriebskosten, der F&E-Kosten etc. Der Kostensenkungseffekt läßt sich auf folgende Einflußfaktoren zurückführen (Ursachen).

 

 

Diese Effekte begründen allerdings lediglich Kostensenkungspotentiale, die erst ausgeschöpft werden müssen um wirksam zu werden.

 

In Verbindung mit der Erfahrungskurve ist der (relativen) Marktanteil zu einem grundlegenden Parameter einer effizienten Wettbewerbsstrategie avanciert. Zu entsprechenden Ergebnissen kommt auch die PIMS-Studie. Wenn es dem Anbieter gelingt, einen erheblich größeren Marktanteil als die anderen Konkurrenten zu erreichen, dann verfügt er über einen komparative Vorteilsposition, die ihn bei richtiger Handhabung des Erfahrungskurven-Konzepts, preispolitisch unangreifbar macht. Es läßt sich zeigen, daß eine an der langfristigen Kostenentwicklung orientierte Preispolitik sehr schnell zu stabilen Wettbewerbsverhältnissen führt, während die kurzfristige Realisation von potentiellen Ergebnisspannen den Konkurrenzkampf fördern. Folgen die Preise nicht der zahlungswirksamen Stückkostenkurve, so werden durch die hohen Ergebnisspannen neue Anbieter auf den Markt gelockt, die ihren Marktanteil durch Preisunterbietungen vergrößern wollen.

 

Der Weg zu stabilen Konkurrenzverhältnissen über eine entsprechende Preispolitik führt gleichzeitig dazu, daß bestimmte submarginale Anbieter diesen Markt verlassen, da ihre kumulierte Erfahrung nicht ausreicht, um positive Ergebnisspannen zu sichern.

 

Strategisch günstiger wäre eine Preispolitik, die sich an der Entwicklung der Erfahrungskurve orientiert. Eine solche aggressive Preispolitik der schnellen Marktdurchdringung zwingt vorhandene Mitanbieter in gleichem Maße mitzuwachsen, weil Marktanteilsverluste zu Kostennachteilen gegenüber dem schneller wachsenden Konkurrenten führen und die entstehenden zahlungswirksamen Kostensenkungspotentiale zu nutzen.

 

Aus dem Erfahrungskurvenkonzept können der Marktanteil und das marktwachstum als strategische Erfolgsfaktoren gefolgert werden.

 

Kritik:

 

Es wird nicht dargestellt welche Kosten in den Erfahrungskurveneffekt einbezogen werden (Periodenstückkosten, Grenzstückkosten o.ä.).

 

Zu mechanistische Darstellung, zumal ein statisches Produktkonzept unterstellt wird ohne Berücksichtigung, daß viele Produkte einer ständigen Anpassung (geänderte Kundenwünsche, technische Weiterentwicklungen etc.) unterliegen. Diese notwendigen Produktveränderungen können die Kostensenkungen überkompensieren.

 

Erfahrungskurvenkonzept geht von homogenen Gütern aus, d.h. keiner der Wettbewerber besitzt ein besonderes akquisitorisches Potential. Es wird von bestehenden Präferenzen der Nachfrager abstrahiert, d.h. die Qualität der Produkte spielt keine Rolle, da der Preis das dominante Wettbewerbsinstrument ist..

 

Die Frage der Marktabgrenzung bzw. des relevanten Marktes wird übergangen, alle Wettbewerber besitzen nach diesem Verständnis die denselben direkten Markt, so daß die Identifizierung von potentiellen Wettbewerbern keine Schwierigkeiten verursacht.

 

Diese Kritikpunkte legen den Schluß nahe, daß das Erfahrungskurvenkonzept vorwiegend für standardisierte homogene Massengüter Gültigkeit besitzt. Da solche Güter vorrangig in etablierten märkten vertrieben werden, fungiert die Erfahrungskurve als Markteintrittsbarriere.

 

Rechtliche Hemmnisse werden nicht berücksichtigt (GWB).

 

Die Begrenzung auf die Wertschöfungskosten ist problematisch, da z.B. ausgeschlossen wird, daß Erfahrung auch zugekauft werden kann. Es ist dementsprechend wenig einleuchtend, wenn ein Mengenwachstum sich nicht in Einkaufsvorteilen der Produktionsfaktoren niederschlägt.

 

Dieses Konzept berücksichtigt nicht, die unter dem Stichwort „geteilte Erfahrung“ diskutierten Synergie- und Sortimentseffekte. Es steht wohl außer Frage, daß die synergetische Nutzung von Funktionsbereichen positive Auswirkungen auf die Kostensituation zeigt.

 

Automatisches Ausscheiden der submarginalen Anbieter ist fraglich, (Mischkalkulation und Produktgruppendumping, oder laterale Konzerne).

 

Risiken der Marktführerstrategie werden nicht berücksichtigt. z.B. Gefahr der Inflexibilität aufgrund der Monostruktur der Produktionsanlagen, oder daß das Kostensenkungspotential nur durch eine höhere Kapitalintensität verwirklicht werden kann, so daß eine wachsende Betriebsgröße den Fixkostenblock aufbläht.

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Betriebswirtschaftliche Diffusion

30 Juli 2009

Der Prozeß der Diffusion beschreibt die Ausbreitung einer Innovation innerhalb eines sozialen Systems über spezielle Kommunikationskanäle im Zeitablauf. Während also die Diffusion eher den prozessualen Aspekt der Bewegung einer Innovation innerhalb bestimmter Strukturen und Kanäle beschreibt, kann die Adoption als erstmalige Übernahme einer Neuerung und als Beschreibung der physischen Einstellung der Individuen bzw. Organisationen bzgl. der Innovation interpretiert werden. Die Adoption ist als Ergebnis eines komplexen Entscheidungsprozesses zu sehen, der ähnlich wie ein Kauf- bzw. Beschaffungsprozeß in verschiedene Phasen unterteilbar ist. Dabei werden im allgemeinen die Phasen Awareness, Interest, Evaluation, Trial und Adoption unterschieden. Das Grundinteresse der Adoptionsforschung gilt den Determinanten dieses Entscheidungsprozesses, welche auch grundlegende Bedeutung für den Diffusionsprozeß haben.

Eine Grundhypothese der Diffuisionsforschung besteht darin, daß von einem bestimmten Individuum, welches als Träger einer neuen Erkenntnis, also einer Produktinnovation oder auch einer neuen Erfahrung mit den Leistungen eines Anbieters gilt, eine „Ansteckwirkung“ ausgeht, so daß die Erkenntnis auf eine ständig wachsende Anzahl anderer Individuen bzw. Aktoren übergreift. Dieser Automatismus des Diffusionsprozesses findet seinen Niederschlag in der Formulierung normalverteilter bzw. logistischer Funktionsverläufe. Dabei werden die beteiligten Aktorenaufgrund unterschiedlicher zeitlicher Reaktionssstrukturen in verschiedenen Adopterkategorien unterteilt.

Abb. 1: Grundmodell der Diffusion

Innovators           Early              Early                 Late                   Laggards

Adopters        Majority            Majority

 

Kurzfassung:

– Prozeß der Diffusion beschreibt die Ausbreitung einer Innovation innerhalb soz. Systems über spezielle Kommunikationskanäle im Zeitablauf

– Adoption = erstmalige Übernahme

– Adoption = Ergebnis komplexer Entscheidungsprozesses ist in Phasen unterteilbar AIETA

– Grundhypothese Diffusion = Ansteckwirkung

– Automatismus Diffusionsprozeß = Normalverteilte log. Funktionsverläufe

– Aktoren unterscheiden sich in Ihren zeitlichen Reaktionsstrukturen (Þ Adopterkategorien)

 

Wichtigsten Übernahmemotive:

– soziale Anerkennung

– Übernehmerbstand/kritische Masse bestimmt Einsatzmöglichkeiten

– Produkterfahrungen/Unternehmenserfahrungen

– Meinungsführer/Beratermeinungen

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Produktentwicklung, Adoption und Diffusion als verbundene Prozesse

30 Juli 2009

Der Prozeß der Produktentwicklung ist eng verbunden mit dem der Adoption und der Diffusion (Abb. 4).[1] Adoption[2] ist die Annahme einer Innovation durch Käufer. Den Kaufentscheidungsprozeß bei neuen Produkten versucht man über Adoptionsmodelle zu erfassen. Die zeitliche Abfolge verschiede­ner Adopterkategorien (Innovatoren, Frühadopter, frühe Mehrheit, späte Mehrheit, Nachzügler) ist Gegenstand der Diffusionsforschung.

Diffusion[3] ist die Ausbreitung innovativer Ideen, Produkte, Verfahren usw. in sozialen Systemen im Zeitablauf durch persönliche und/oder unpersönliche Kommunikation. Das Diffusionsmodell gibt wichtige Hinweise für den Einsatz der marketingpolitischen Instrumente.

Detaillierte Kenntnis der Adoptionsprozesse sowie die Wahrnehmung des engen Bezuges zwischen Produktentwicklungsprozeß und Adoption unter­stützt das Unternehmen bei der Produkteinführung: “Industrial buying beha­viour can not be studied in isolation from industrial marketing behaviour.”[4]

@Dirk Stader


[1]          Vgl.:     Biemans                           [1992]     S. 62

[2]          Vgl.:     o.V.                                [1988]     Spalte 92

[3]          Vgl.:     o.V.                                [1988]     Spalte 1252-1253

[4]                      Bonoma/Johnston              [1978]     S. 215

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