Die Onliner und ihre Kunden – häh was sind Kunden?

Wie jeder, der mich kennt weiß, ist die Online-Branche für mich relativ neu. Insgesamt ist es schon erstaunlich mitten drin zu sein und zu sehen wie sich alles bewegt, verändert und ausrichtet. Dennoch glaube ich, dass es noch einer gewissen Wegstrecke bedarf, bis wir uns in der Online-Branche professionalisiert und als nachhaltig etabliert haben. Was mich am meisten erstaunt, ist allerdings, dass die meisten Onliner in den Dimensionen “Traffic”, “Conversion”, CPC, CPL, etc. denken, aber einen wichtigen Faktor, der für mein Empfinden immer im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens steht, mehr oder weniger vollkommen vernachlässigen, wenn nicht sogar ignorieren: den Kunden und sein Bedürfnis.

Diese Erkenntnis ist  mir auf einem der letzen Management-Meetings sehr deutlich geworden. Es ging um die kritischen Erfolgsfaktoren, die ein Unternehmen von den anderen unterscheidet. Ellen lange Listen wurden im Rahmen eines Brainstormings erarbeitet: Technik, SEO, SEA, Team, Stickyness, um nur einige zu nennen, alles war dabei. Nur eines fehlte und schien so gar nicht auf der Agenda eines Online-Unternehmens zu stehen: der Kunde und sein Bedürfnis:

Warum ist das so, warum vernachlässigen wir den Faktor, um den es hier geht?. Warum steht der, der die Musik bezahlt bei uns Onlinern nicht im Mittelpunkt unserer Betrachtung bzw. unserer Bemühungen?

Nur zur Erinnerung: ein komperativer Konkurrenzvorteil (KKV) ist das, was uns, in der subjektiven Wahrnehmungswelt des Kunden, besser erscheinen lässt, als unsere Wettbewerber. Der Kunde bezahlt unsere Gehälter bzw. Dividenden. Warum wird dieses Element bei Onlinern so sträflich vernachlässigt.

Klar unsere Devise mit viel Geld, das wir bei www.google.de ausgeben, so viele Internetuser wie möglich auf unsere Plattformen zu schaufeln und uns anschliessend beschweren wie teuer www.google.de ist, ist da sicherlich auch ein Weg, wenn auch nicht der effizienteste, und wenn ich länger darüber nachdenke, sogar noch nicht einmal der effektive.

Ich kann nur jedem Onliner genauso wie jedem Offliner den Tip geben “Kümmert euch um eure Kunden” und findet heraus was euer Kunde wirklich will und sucht.

Dies spart mit Sicherheit die ein oder andere Million, die wir sonst gerne im Marketing verbrennen.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

Über Dirk Stader

geboren 1967, Geschäftsführer der Media Ventures GmbH, Beteiligungsgesellschaft des Medienunternehmers Dirk Ströer, interessanter Job, nette Abwechslung nach so öden Branchen wie Einzelhandel, Anlagenbau, Bauunternehmen und ähnliches. Mechanismen sind allerdings überall die gleichen
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One Response to Die Onliner und ihre Kunden – häh was sind Kunden?

  1. Robert C. Mendez sagt:

    Die Personalisierungs- und Interaktivitätseigenschaft des Internets hat bis heute kaum jemand richtig (zu nutzen) verstanden. So hat man entsprechend erfolglos traditionelles darin abgebildet und besonders in der Rechteindustrie Geld- und Arbeitsplätze verbannt, anstatt aus dem Netz einen funktionierenden Markt/Wirtschaftraum zu machen.

    Dazu kommen die (tollen) Ideen aus dem Tal der ahnungslosen Kreativen und Investoren. Marketing in einem komplex-technischen Medium ohne die entsprechenden Kompetenzen am Steuer zu haben… Das erklärt die Situation der Branche und den nicht vorhandene Gewinne (Ausnahmen bestätigen die Regel).

    Warum sind Soziale Netzwerke oder auch Personalisierungsdienste wie Last-FM, Twitter so erfolgreich (wenn auch nicht immer ökonomisch)? Weil Sie “personalisieren”, soll heißen “auf die Bedürfnisse der Menschen” eingehen.

    Das siehst du genau richtig…

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