Archiv für August 2009

Unsicherheit im betriebswirtschaftlichen Sinn

30 August 2009

Unsicherheit

Formen von Unsicherheit und Strategie zu ihrer Reduktion in Kauf– und Verkausfprozessen, David Ford, 1990

Es gibt Situationen, in denen Entscheidungen nicht so einfach zu fällen sind. Hierbei werden drei Situationstypen unterschieden:

 I.             Bedürfnisunsicherheit

Die Bedürfnisunsicherheit während des Interaktionsprozesses mit einem Lieferanten kann seitens des Anbieters sowohl erhöht als auch gesenkt werden. Identifiziert der Anbieter das Nachfragerbedürfnis exakt werden Unsicherheiten reduziert. Auf der anderen Seite kann er durch das Wissen über Faktoren, die der Nachfrager (noch) nicht in Betracht gezogen hat die Bedürfnisunsicherheit erhöhen. Der Grad der Bedürfnisunsicherheit ist nicht direkt mit dem Grad der Technologiekomplexität verbunden.

Käuferverhalten

– primäres Interesse an funktionalen und qualitativen Aspekten als am Preis

– Präferenz für Anbieter innerhalb des gleichen Kulturkreises

– Lieferantenloyalität

– Aufbau einer komplexen internen und externe Kommunikationsstruktur mit Spezialisten

– relativ mehr Kontakte mit Anbietern

Anbieterverhalten

a)   Fähigkeit der Bedürfnislösung beinhaltet Produkteigenschaften(Qualität, Funktion) und Service, so daß hier der Anbieter das Käuferbedürfnis verstehen, interpretieren und in eine Produktlösung umsetzen muß.

b)   Die Transferfähigkeit beinhaltet Leistungsfähigkeit und –Zuverlässigkeit der Lieferungen

c)   Im Rahmen des Organisationsaspekts muß eine Unternehmung so organisiert sein, daß die Bedürfnisbefriedigungsfähigkeit dem Kunden angezeigt wird.

Unter Marketinggesichtspunkten identifiziert man zwei wichtige Problemfelder das Abgrenzungs– und das Begrenzungsproblem. Wieviel der totalen Fähigkeiten eines Anbieters in bezug auf die Bedürfnislösung soll dem einzelnen Kunden angeboten werden (Customer Value Ansatz). Nicht alle Anstrengung für alle Kunden, sondern nur für bestimmte  Potentialkunden.

Beeinflussungsstrategien des Anbieters bei Bedürfnisunsicherheit

– Strategien müssen auf den jeweiligen Nachfrage individuell abgestimmt sein

– Bereitstellung von neuen technischen Informationen

– Verminderung der Komplexität des Käuferbedürfnisses

II.           Marktunsicherheit

Die Marktunsicherheit ist eng mit den Anbietern verbunden, die von den Käufern als alternative Quellen wahrgenommen werden. Der Grad der Marktunsicherheit hängt vom Grad der Unterschiede zwischen Anbietern ab (Marktstruktur) und wie diese Unterschiede sich im Zeitablauf ändern (Marktdynamik). Aus der Sicht des Käufers ergibt sich oft ein Problem in der Geschäftsbeziehung mit nur einem Lieferanten, weil er somit den Nutzen und die Änderungen im Zeitablauf nicht wahrnehmen kann, die unterschiedliche Anbieter liefern können. (Opportunitätskosten, als Kosten des entgangenen Nutzens, fallen an)

Käuferverhalten

– Kontakt zu vielen Anbietern

– Spezialisierung auf Identifikation von Marktunsicherheiten

Beeinflussungsstrategien des Anbieters bei Marktunsicherheit

– Informationen über den Markt an den Nachfrager

– Betonung herogener und homogener Tendenzen je nach Strategie

III.          Transaktionsunsicherheit

Die Transaktionsunsicherheit hängt mit dem Problem der Produktbeschaffung (physisch, legal, zeitlich, auch Unterschiede in der Kultur zwischen Anbieter und Nachfrager usw.) zusammen. Die anfänglichen Schwierigkeiten können jedoch während des Interaktionsprozesses reduziert werden, der auch als Lernprozeß angesehen werden kann. Als letzter Faktor ist der Grad der Handelsabläufe zu nennen, umso weniger standardisiert diese Abläufe sind, desto komplexer sind die Diskussionen und Verhandlungen und somit auch die Transaktionsunsicherheit.

Käuferverhalten

– Suche nach parallelen Anbietern

– Intensive Beschäftigung mit den Lieferanten

– viele Kontakte bevor die eigentliche Entscheidung fällt

Beeinflussungsstrategien des Anbieters bei Transaktionsunsicherheit

– Betonung der Fähigkeit Liefervereinbarungen nachkommen zu können

– Einrichtung von Kundenlager

– Joint–Transport–System¹

Globus Mobil, der neue Telefontarif mit Loyality – Programm

28 August 2009

Payback war gestern. Der neue Ansatz von den Globus SB-Warrenhäusern mit jedem Einkauf Freiminuten für den Globus Mobifunk – Tarif sammeln zu können, ist ein völlig neuer Ansatz Kundenbindung zu erzeugen und die Kunden langfristig an sich zu binden. Ich finde es ausgesprochen innovativ, den durchschnittlichen Warenkorb eines einkaufenden Kunden in Freiminuten beim Telefonieren zu transferieren. Der Werbedruck in den Pilot-SB-Warenäuser ist meines Erachtens ernorm. Displays, Newletter, prominente Platzierungen im Flyer tragen dazu bei den Globus Mobilfunk – Tarif zu “pushen”.

Die Telefonkonditionen sind gut, wenn nicht sogar die besten, die man aktuell im Markt finden kann. Respekt hier hat Globus einen großen Wurf platziert. Da sag’ einmal jemand, dass dem deutschen Einzelhandel nichts innovatives einfällt. Globus macht es vor.

Ich denke, dass demnächst diese Mobilfunkprodukte in allen Globus-Märkten ausgerollt werden. Jetzt noch ein vernünftiges Produkt – Bundle (Telefon + Mobilfunk - Tarif) und es ist nahezu perfekt. 

Details des Globus Mobilfunk Tarifs

Telefonie Minutenpreis
Deutsches Festnetz 010 ct
Andee deutsche Mobilfunknetze 010 ct
Netzintern Globus MOBIL 005 ct
Von Deutschland ins Ausland 184 ct
Mailbox kostenlos
Taktung 60/60 s
Servicerufnummern Minutenpreis
0180er-Verbindungen¹ 86,41 ct
0180er-Verbindungen² 35,28 ct
Dienste pro SMS/MMS
SMS 10 ct
SMS im Netz von Globus MOBIL 05 ct
SMS ins Ausland 29 ct
SMS aus dem Ausland nach Deutschland 39 ct
MMS 39 ct
MMS im Netz von Globus MOBIL 39 ct
Daten pro 1 MB
WAP 24 ct
Internet 24 ct
Taktung 100 kB
Sonstiges  
Guthaben Startpaket 10,00 €
Preis Startpaket 12,95 

 

Besonderheiten/Hinweise

  • Voraussetzung für Globus Mobilfunk Freiminuten ist die Vorlage der Globus-Kundenkarte beim Einkauf. Je fünf Euro Einkaufswert gibt es jeweils eine Freiminute. Die Kunden – Umsätze und die Freiminuten werden monatlich ausgewiesen. Es werden ausschließlich die Warenkorb – Umsätze im Globus SB-Warenhaus, im Reifencenter oder in den Globus eigenen Shops berücksichtigt. Es erfolgt keine Berücksichtigung der Umsätze an den Globus-Tankstellen, im Baumarkt, in Alpha-Tecc-Märkten, an der Globus-Waschstraße oder bei Globus-Partnern. Maximal werden zwanzig (20) Freiminuten pro Globus-Mobilfunknummer pro Monat im Rahmen des Loyality – Programms berücksichtigt.
  • Einzelverbindungsnachweis auf Anforderung für 10,– €
  • Besitzerwechsel kostet 15,–  €

Dirk Stader

Moral und Ethik im Geschäftsleben – Fortsetzung

18 August 2009

Es ist wirklich erstaunlich, im Privatleben versuchen viele Menschen Moral und Ethik als wesentliche Grundzüge menschlichen Zusammenlebens auch zu leben.  Sie versuchen ein ethisch und moralisch einwandfreies Verhältnis zu ihren Freunden, ihrem Partner oder ihrer Familie aufzubauen. Diese Mechanismen scheinen allerdings im Geschäftsleben vollkommen ignoriert zu werden bzw. einfach nicht zur Anwendung zu kommen. Hier scheinen Betrug, Selbstoptimierung, finanzieller Eigennutz vorzuherrschen. Moral und Ethik sind hier maximal noch eine gekünzelte Sichtweise denn ein universeller Wert. Der moralische, ethische und sittliche Verfall ist eher Normalität denn Ausnahme.

Mein Plädoyer ist relativ einfach: die Mechanismen die viele im Privatleben automatisch anwenden und anscheinend auch verinnerlicht haben, müssen im Geschäftsleben zur Anwendung kommen. Damit würde man richtiger Weise Kollegen, Vorgesetzte, Gesellschafter und Geschäftspartner genauso behandeln wie Freunde und Familie.

Dem Streben nach immer größerem Wachstum*, der kontinuierlichen Steigerung des finanziellen Erfolges, würde das Postulat eines gemeinsamen Erfolges einer sog. “win-win”-Situation weichen. Eben nicht mehr die einseitige Optimierung zu Lasten eines anderen, sondern die bewusste Inkaufnahme der eigenen Grenzen, da hier die Freiheitsgrade eines Dritten beeinträchtigt und eingeschränkt werden.

Ist dies eine Utopie, oder kann das allgemeine Wertegerüst eines Managers, Unternehmensführers, einer Führungsperson im Rahmen einer generellen Gerechtigkeit nachhaltig verändert werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies möglich ist.

Meines Erachtens geht es um Vorbilder, Leute mit dem Anspruch die Welt zu verbessern: Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Angemessenheit, Loyalität und von mir aus auch graduelle Demut sind sicherlich nicht die schlechtesten Ratgeber auf dem Weg zu einem moralischen, ethischen Miteinander auch in der Geschäftswelt.

Dies ist die Suche nach dem guten Kern, den wahrscheinlich jeder bei seiner Geburt mitbekommen hat und viele, vor allem solche, die es auf der vermeintlich höheren Evolutionsstufe eines “Managers” zu etwas gebracht haben, verloren haben.

Jeder sollte für sich und im kleinen anfangen, moralisch, ethische Grundzüge in seinem Arbeitsalltag zu integrieren und damit eine Vorbildfunktion für seine Mitarbeiter, Kollegen und Geschäftspartner zu übernehmen. Dies ist meines Erachtens der Beginn eines verhaltensinduzierten Assimilationsprozesses, an dessen Ende eine moralische und ethisch vertretbare Geschäftspolitik steht, die eben nicht nur eine gekünzelte Sichtweise ist.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

* Übrigens einer meiner Lieblingssprüche lautet: “Die Bäume haben eher als wir Menschen begriffen, dass man in einem begrenztem System nicht unbegrenzt wachsen kann.”

A. Herrhausen

18 August 2009

“Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt”

(A. Herrhausen)

Der Abgleich der Seele mit den Gedanken

18 August 2009

Ein schönes Zitat von A.v. Hirschhausen (ich hoffe es ist der Zitaterfinder, habe es nicht recherchiert)

“Im Laufe der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an”

Jau, Dirk Stader

Klasse 7b Konrad-Adenauer-Gymnasium – KAG, Langenfeld (Die Namen an die Pablo und ich uns erinnern konnten)

16 August 2009

Ich habe mich lange mit Pablo unterhalten. Es war wirklich sehr nett. Es kamen die ganzen alten Erinnerungen auf, die das Leben letztlich interessant und abwechslungsreich machen. Wir haben versucht uns an die alten Klassenkamreaden auf dem Konrad-Adenauer-Gymnasium (genannt: KAG) in Langenfeld zu erinnern. Hier die Namen die uns eingefallen sind und die Tanja Schilling ergänzt hat. 

  • Aschenbroich, Gregor (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Armbrüster, Henriette (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Blasberg, Bernd (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Bohle, Thomas (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Bouwmann, Thomas (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Czaja, Joachim (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Garcia, Pablo Alberto (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld) www.pablogarcia.de
  • Gassen, Bettina (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Göbbels, Andrea (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Grass, Dominick (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Grassmann, Frank (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Klinkert (Schilling), Tanja (Konrad Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Klösgen, Dieter (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Kotsch, Joas (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Kunze, Oliver (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Löffelmann, Volker (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Maguire (Grassmann), Natalie (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Pater, Frank (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld) http://www.frankpater.de/
  • Patten, Susanne (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Pick, Iris (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Plewa (Schwarz), Andrea (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Quartz, Michael (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Ressin (Schlott), Ina (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Rochinski, Christof (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Rose, Michael (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Schiebeck, Oliver (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Schorn, Ulrike (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Schürmann, Ariane (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Simmel, Nicole (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Stader, Dirk (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld) www.stader.de
  • Thiele, (Dzakovic), Alexandra (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Voigt, Illona (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Wieber, Petra (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)
  • Zass, Susanne (Konrad-Adenauer-Gymnasium, Langenfeld)

Es ist wirklich komisch nach so langer Zeit Eure Namen zu schreiben. Irgendwie verbindet man mit jedem Namen etwas. Ich würde mich freuen, wenn einige von Euch Kontakt aufnehmen würden.

Ach ja die Lehrer:

  • Herr Roehr (Englisch)
  • Herr Thiele (Erdkunde, man Oliver dem hast Du das Leben wirklich schwer gemacht, ich glaube Vorhölle)
  • Frau Putzer (Klassenlehrerin)
  • Herr Grill (Kunst)
  • Herr Krause (Deutsch)
  • Frau Manderscheidt (Französisch)
  • Herr Seipelt (Mathematik oder war es Malen mit Zahlen)
  • Herr Heinen (Schulleiter)
  • Herr Beine (Geschichte)
  • Herr Eichler (Physik)
  • Herr Eisenblätter (Physik)
  • Herr Scherl (Informatik/Mathematik)
  • Herr Zimmermann (Sport)
  • Frau Widera (Sport),
  • Frau Molitor (Mathematik)

Schaut mal unsere alte Schule http://www.kag-langenfeld.de/ seufts.

Gruss Dirk Stader

Jollydays – das Erlebnisportal

15 August 2009

jollydays_01

www.jollydays.de ein interessantes Internetportal mit einer Vielzahl von Erlebnissen. Vom Fallschirmspringen bis zum Candle-light – Dinner zu zweit, hier ist für jeden etwas dabei. Einfach gute Geschenkideen und das nicht nur zu den obligatorischen Feiertagen (wie Weihnachten, Geburtstage, Valentinstag etc.), sondern meines Erachtens auch gut zur Anhübschung von langweiligen Wochenenden geeignet. Hey und ganz großes Kino, man kann sogar payback – Punkte sammeln :-) .

Nein im Ernst, ich finde das Angebot von Jollydays einfach gut und ich denke, dass hier jeder etwas für seine Freizeit finden kann.

Ich habe meinen Eltern einen italienischen Kochkurs in Köln geschenkt und die waren begeistert. Die Abwicklung lief reibungslos und das Erlebnis hielt, was es versprach.

Weiter so Jollydays.

Dirk Stader

Ich bin ein Stern – von Hermann Hesse

15 August 2009

Ich bin ein Stern

Hesse, Hermann

  

Ich bin ein Stern 

Ich bin ein Stern am Firmament,

Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,

Und in der eignen Glut verbrennt.

 

Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,

Das klagende Meer, das opferschwer

Zu alten Sünden neu türmt.

 

Ich bin von Eurer Welt verbannt

Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,

Ich bin der König ohne Land.

 

Ich bin die stumme Leidenschaft,

Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,

Und krank an meiner eignen Kraft.

Macht und Management

15 August 2009

Macht eignet sich vorzüglich

den Menschen das Klavierspielen zu verbieten,

es ist jedoch ein völlig untaugliches Mittel

um es ihnen beizubringen

Shareholder Value Ansatz / Economic Value Added

15 August 2009

Shareholder Value Ansatz / Economic Value Added

 

Leistungsbeurteilung mit Hilfe des „economic value added““ (EVA)

1.         Motivation

Der Share-Holder-Value- oder Wertsteigerungsansatz ist zur Zeit in aller Munde, da immer mehr Unternehmen den überlegenen Steuerungsansatz im Rahmen des strategischen Focus erkennen. Einige gehen sogar soweit, von einem Paradigmawechsel hin zur wertorientierten Unternehmensführung zu sprechen, der letzlich eine Übrlebensstrategie im globalen Wettbewerb darstellt.

Um ein erstes Gefühl für diesen neuen betriebswirtschaftlichen Ansatz zu entwickeln, wird nachfolgend kurz und übersichtlich der Share-Holder Value Ansatz im allgemeinen skizziert. 

2.         Share-Holder-Value-Ansatz

Auf Basis der Allokationstheorie und dem damit einhergehenden Grundsatz der optimalen Allokation in Verbindung mit der Theorie von der Maximierung des Marktwertes des Eigenkapitals sucht die Share-Holder-Value-Analyse nach denjenigen Prozessen im Unternehmen, die Wert schaffen oder vernichten. Damit rückt die wertorientierte Protfoliogestaltung und Ressourcenzuteilung in das Zentrum strategischer Überlegungen. Der Grundgedanke einer „wertorientierten Unternehmensführung“ ist denkbar einfach: Alle Anstrengungen im Unternehmen müssen sich danach ausrichten, den Wert des Unternehmens für ihre Eigentümer zu steigern. Nach diesem Prinzip steuert bspw. Bayer die Geschäfte seiner ca. 400 Gesellschaften. Meßlatte für jeden Bereichsleiter sind dabei die Kapitalkosten des jeweiligen Marktsegmentes. In diesem Zusammenhang werden Untergrenzen formuliert, die in jedem einzelnen Segment verdient werden müssen. Lt. R.J. Köhler, Vorstand SGL Carbon, verhalf ein weitreichendes Share-Holder-Value-Programm zum Turnaround im Kerngeschäft „Graphitelektroden“.

Value Based Management verändert dabei die Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens und sichert den strategischen Erfolg.

Die Liste der Unternehmen, die mit dem Share-Holder-Value-Ansatz bereits Erfolge erzielen ist eindrucksvoll: 

            – Jungheinrich AG

            – Henkel KGaA

            – SGL Carbon AG

            – Gehe AG

            – Veba AG

            – BASF AG

            – Siemens AG

            – VW AG

            – u.v.m 

2.1       Einsatzmöglichkeiten des Share-Holder-Value-Konzeptes [1]

-    in der Zielfindung, Zielvereinbarung kann der Ergebnisspielraum von Geschäftsbereichen, weil realistischer einschätzbar, in angemessene Ziele umgesetz und damit besser ausgeschöpft werden.

-    Steuerung des internen Wettbewerbs um Ressourcen

-    laufende jährliche Kontrolle mittels Rendite-Kapitalkosten-Vergleich

-    die Aussagefähigkeit der Managementinformationssysteme wird durch wertorientierte Größen erheblich verbessert

-    Leistungsbeurteilung von Führungskräften mittels gerechtere Maßstäbe, die sich am Beitrag zum Unternehmenswert orientieren

-    Beurteilung von Anlagestrategiealternativen aus Anteilseignersicht

-    Basis für Budgetverteilung

-    dient der Beurteilung alternativer Strategien, für Investitionsvorhaben

-    Entscheidungshilfe bei Restrukturierungen 

2.2       Ergebnisse von Share-Holder Value-Analysen

Nach der Value Added Methode hat Bain&Company die 470 größten deutschen Unternehmen aus Industrie, Handel und Verkehr im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre analysiert. Das Ergebnis ist deprimierend, die Performance der deutschen Unternehmen ist schwach. Von den rd. 470 Unternehmen liegen im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre 314 im negativen Bereich (67%). Wie groß in einigen Konzernen die Performancelücke tatsächlich ist zeigt das Beispiel VW. Bereits 1990, als die Welt das Automobilbauers noch in Ordnung war, fehlten VW im operativen Geschäft 1,4 Mrd. DM. Das hierfür eingesetzte Kapital betrug 26 Mrd.DM, die Capital Charge 10% 2,6 Mrd. DM, die – vom operativen Ergebnis abgezogen – zu einem Value Added von minus 1,4 Mrd. DM führt. 

3.         Economic Value Added (EVA)

Abgeleitet aus dem Share-Holder Value Ansatz wurde das EVA-Model als Leistungsbeurteilungsmaßstab entwickelt. Der EVA ist der einzige Wertansatz, der vorwärtsgerichtete Bewertungen (im Sinne von Kapitalwertkalkülen), Entscheidungen und Budgetierungen mit rückwärtsgerichteten Berurteilungen verbindet.[2] Der EVA ist dementsprechend geeignet, die Entwicklung eines Wertbeitrages in der Vergangenheit abzubilden. Er gewährleistet eine Ex-post-Betrachtung, die darstellt, in wieweit es dem Unternehmen in der Vergangenheit gelungen ist, den Wert des Unternehmens zu steigern. Durch die explizite Berücksichtigung des Kapitaleinsatzes wird ein Vergleich zwischen kapital- und arbeits-/material-intensiven Unternehmen ermöglicht.

 Nur eine Rentabilität oberhalb der Kapitalkosten schafft Wert, andernfalls wird aus Sicht des Kapitalgebers Wert vernichtet.

Der EVA ist eine jährliche Erfolgsgröße, die ausgehend vom operativen Ergebnis eines Unternehmens ermittelt wird. Dieses Ergebnis wird um die Nutzungskosten für das eingesetzte Kapital, die Kapitalkosten (Capital Charge), bereinigt. Die Kapitalkosten hängen von der Höhe des investierten Kapitals (Capital Empoyed) und von einem Kapitalkostensatz ab. Der Economic Value Aded wird durch Subtraktion der Kapitalkosten vom operativen Ergebnis bestimmt. 

Nach dem EVA-Konzept sind Unternehmen erst dann erfolgreich, wenn Sie aus ihrer Geschäftstätigkeit eine über der Mindestverzinsung des gebundenen Vermögens liegende Rendite erwirtschaften.

Die errechneten EVA-Werte sind mit der Gewerbeertragssteuer als Unternehmens- bzw. Kostensteuer belastet. Der EVA ist somit eine dem Kapitalgebern zur Verfügung stehede Größe vor Steuern (Bruttogröße), vergleichbar einer Anlage in festverzinslichen Wertpapieren, deren Rendite ebenfalls eine Bruttorendite vor Steuern ist.[3] 

4.         Vorgehensweise 

            I.         Ermittlung des Gesamtinformationsbeadrfs

            II.        Datenmaterial aufbereiten (speziell Bilanz- und GuV-Daten und Mittelfristplanung)

            III:      Bestimmung des EVA und Darstellung der Wertentwicklung im Zeitablauf

            IV.       Auswahl von Benchmarks und Vergleich der Ergebnisse

            V.        Präsentation

Dirk Stader


 

[1] Vgl. Copeland, Tom/ Koller, Tim/ Murrin, Jack, Unternehmenswert (McKinsey)

[2] Vgl. Steward

[3] Diese Betrachtung entspricht dem Vorgehen bei der in Deutschland vorherrschenden transaktionsorientierten Bewertung, bei der in der Regel von einer Vollausschüttungshypothese ausgegeangen wird.