Apropos “Nieten in Nadelstreifen”

24 Juli 2009 von Dirk Stader Kommentieren »

Irgendwie ist an dem Vorwurf von den “Nieten in Nadelstreifen” was dran. Was man in Konzernen so alles erlebt, ist schon mehr als interessant. Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung: Da ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende, der der Lufthansa vorschreibt, in welcher Art und Weise die Früchte geschnitten und auf dem Teller angeordnet werden sollen, damit auf dem Flug auch alles so ist, wie er es mag. Gleicher Vorstand liess den Sitz seines Fahrers solange abtragen, bis er über ihn hinweg nach vorne sehen kann. Besagter Vorstand sitzt natürlich immer hinten.

Einer seiner Kollegen läßt aus einer 500 S-Klasse von Mercedes die serienmäßige Lederausstattung wieder entfernen, wegen einer “angeblichen” Lederallergie. Das nunmehr keine Leasinggesellschaft dieses Fahrzeug mehr finanzieren will, störte nicht weiter, dann wird es halt einfach gekauft. Der Restwert des Wagens war unmittelbar nach der Zulassung um 75% gefallen.

Besagter Vorstand im Originalzitat zu mir bei einer Präsentation, bei der der Gesamtvorstand anwesend war: “Herr XY sprechen Sie nur zu mir hier drüben sitzt sowieso keine Kompetenz.” Auch wenn er wahrscheinlich Recht hatte, war es umso erstaunlicher, dass keiner der besagten Vorstandsmitglieder den Mumm hatte einfach aufzustehen und dem Vorsitzenden wissen zu lassen, dass er ihn in seinem Büro bei der Arbeit findet. Das wäre die einzig richtige Antwort auf so einen Unsinn gewesen.

Konzernentscheidungen wurden getroffen, weil Berater wie Roland Berger, McKinsey etc. meinten mehr Ahnung von  der Strategie eines Großkonzerns zu haben, als die unternehmenseigenen Führungskräfte. Ich habe selten soviel Unsinn gesehen. Was sind übrigens die beiden typischen Handlungen eines Beraters: wie schüttel ich mir was aus dem Arm und wie sauge ich mir etwas aus den Fingern. Es gibt böse Zungen die behaupten, dass Berater die moderne Form einere Hure sind: sie erbringen eine Dienstleistung für viel Geld, die man selbst bessser, schneller und billiger hätte erbringen können. Aber das nur nebenbei.

Aber zurück zu den Konzernbossen: ich glaube der moralische und ethische Verfall der Führungsriegen, hat seine Ursache in der mangelhaften Ausbildung. Es fehlen moralisch, ethische Grundausbildungen. Wirklich schade, viele dieser Personen hätten wirklich erfolgreich sein können.

Klingt einfach, ist auch so.

Dirk Stader

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1 Kommentar

  1. Bernihem sagt:

    Sehr gut getroffen! Auch mir begegnen mehr Idioten im Anzug als im Blaumann.

    Die liebe “Elite” ist derart verblödet (verkokst), das einem schlecht wird.

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